Handyviren auf dem Vormarsch

10. August 2005, 15:20
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Skudoo, Cadmesk und Doomed bilden neue Virenfamilien für Handys. Pionier Cabir bekommt Gesellschaft.

Skudoo, Cadmesk und Doomed bilden neue Virenfamilien für Handys. Pionier Cabir bekommt Gesellschaft.
Der Hersteller von Antivirus-Produkten Trend Micro veröffentlichte (nicht ganz uneigennützig) einen Virenreport für den Monat Juli. Für den kommenden Monat soll es keine grossen Gefahren geben. Allerdings folge auf eine Entwarnung meistens eine grosse Welle neuer Viren, schreibt Trend Micro. Die "Ruhe vor dem Sturm" sei trügerisch.
Trend Micro stellt fest, dass die Malware-Bedrohung, die im Vormonat um 50 Prozent abgenommen hatte, nun wieder anzieht. Im Monat Juli identifizierte Trend Micro 1187 verschiedene Schädlinge. Auch im Vergleich zu 2004 (768) wurde mehr Malware festgestellt. Dieser Anstieg sei vor allem auf die stärkere Verbreitung von Trojanern als Spyware zurückzuführen. 22 Prozent aller Spyware sind Trojaner. Letztes Jahr fand Trend Micro gar keine "Spyware-Trojaner".
Immer mehr Handy-Viren
Nach den üblichen Hinweisen auf neue Phishing-Methoden, oder der Nennung der grössten Spammer weltweit (USA und China), kommt Trend Micro auf einen interessanten Punkt: Bluetooth-Malware. Schon öfters wurde darüber spekuliert, ob Handyviren, die per Bluetooth übermittelt werden, ein Medienhype oder Realität sind. Sollte eines Tages der Antivirenschutz für Handys zur Standardausrüstung gehören, gebührt dem Virus "Cabir" wohl der Ehrentitel "Handyvirus-Pionier".
Von "Cabir" und seinen Varianten ist bekannt, dass sie Smartphones (und auch PDAs) angreifen, die mit dem Symbian-Betriebssystem arbeiten. Laut Trend Micro sorgen gerade solche Viren für Unruhe. Das Unternehmen entdeckte drei neue "Familien" und fünf neue Varianten. Skudoo, Cadmesk und Doomed sollen sozusagen neue Stammesväter dreier verschiedener Familien sein.
Die fünf neuen Varianten heissen Symbos_Skudoo.A und B, Symbos_Skulls.N,
Symbos_Doomed.A und Symbos_Cadmesk.A. Doomed gibt zum Beispiel vor, eine Version des Videospiels "Doom II" zu sein. Ist es aber natürlich nicht. Stattdessen installiert sich Symbos_Commwar.B auf das Handy und legt die Bluetooth-Funktion lahm (so können wenigstens keine weiteren Viren mehr empfangen werden). Perfid ist zudem, dass der Benutzer gar nicht merkt, dass sein Handy infiziert ist. Symbos und seine Brüder modifizieren die Display-Anzeige nicht. Cadmesk und Skudoo sind nur indirekt gefährlich. Sie hinterlassen auf dem Handy Dateien, die die Handy-Funktionalität beeinträchtigen.
Obwohl die Wirkung von Handy-Viren noch relativ harmlos ist, kann nicht bezweifelt werden, dass es immer mehr davon gibt. (mim)

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