Handyviren: Vom Bächlein zum reissenden Fluss?

6. Oktober 2006, 09:17
  • kaspersky
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Russischer Virenspezialist veröffentlicht "Einführung in die Virologie mobiler Geräte"

Russischer Virenspezialist veröffentlicht "Einführung in die Virologie mobiler Geräte"
Bösartige Software für Mobiltelefone hat ein riesiges Potential Schaden anzurichten. Die Handyviren könnten auf eigene Faust teure Telefonate führen oder SMS verschicken, oder dann könnten Virenverbreiter auch versuchen, die Handybesitzer zu erpressen, in dem sie die SIM-Karten oder Verzeichnisse sperren. Doch zum Massenphänomen sind Viren für Smartphones noch nicht geworden.
Doch der Frieden an der Handy-Virenfront könnte sich als trügerisch erweisen. Dies zumindest findet Alexander Gostev vom russischen Security-Spezialisten Kaspersky. Er schreibt in seiner neulich veröffentlichten "Einführung in die Virologie mobiler Geräte": "Die Büchse der Pandora wurde geöffnet. Als Folge befinden sich gegenwärtig hunderte Trojaner und Viren, die Mobiletelefone angreifen, in den Archiven verschiedenerer Antiviren-Hersteller. Das kleine Bächlein neuer im Jahr 2004 erschienener Symbian-Arten, wandelte sich in einen wasserreichen Fluss und droht in Kürze zu einem reißenden Strom zu werden. Jede Woche verergänzen wir unsere Antiviren-Datenbanken mit Dutzenden von Trojanern, die in ihrem Namen das Präfix "SymbOS“ enthalten."
Gostev erzählt in dem recht unterhaltsamen Text von den Anfängen der Handy-Viren mit "Cabir", der für das weit verbreitete Handy-Betriebssystem Symbian entwickelt wurde. Weiter gibt es in dem Text eine Übersicht über die heute existierenden "Familien" von Handyviren und deren Derivate, sowie eine Liste mit detaillierten Informationen. Gemäss den Russen gibt es heute 31 Familien mit insgesamt 130 Modifikationen von bösartiger Software für Handys.
Auch wenn man berücksichtigt, dass ein Antiviren-Hersteller wie Kaspersky ein natürliches Interesse daran hat, das Gefahrenpotential möglichst dramatisch darzustellen, geben einem einige Bemerkungen von Gostev zu denken. Er vergleicht den heutigen Entwicklungsstand der Handyviren mit demjenigen für Computerviren in den späten achtziger Jahren. Da scheint also noch einiges auf uns zuzukommen. (Christoph Hugenschmidt)

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