Harddisk-Mangel wird noch monatelang dauern

11. November 2011 um 15:12
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Markt-Experten glauben, dass die Preise für Harddisks weiter steigen werden. Erst ab Mitte des nächsten Jahres ist eine Entspannung zu erwarten. Massive Auswirkung auf den PC-Markt im ersten Quartal 2012.

Markt-Experten glauben, dass die Preise für Harddisks weiter steigen werden. Erst ab Mitte des nächsten Jahres ist eine Entspannung zu erwarten. Massive Auswirkung auf den PC-Markt im ersten Quartal 2012.
Der nach der tragischen Flut in Thailand aufgrund von Lieferengpässen aufgetretene Mangel an Harddisks beschäftigt weiterhin grosse Teile des globalen IT-Marktes. Die Preise für Harddisk explodieren und Distributoren und Händler kämpfen buchstäblich um jede erhältliche Festplatte. Die Situation im Schweizer IT-Channel war bereits im Oktober akut, wie eine Umfrage von inside-channels.ch zeigte.
Einige Wochen später scheint noch immer keine Entspannung eingetreten zu sein, obwohl der marktführende Hersteller von HD-Motoren Nidec kürzlich die Produktion wieder aufgenommen hat. Rainer Scherf, Geschäftsführer des High-End-Assemblierers Transtec Schweiz, berichtet von anhaltenden Schwierigkeiten im Projektgeschäft, Harddisks zu bekommen. "Im Tagesgeschäft haben wir genug Lagerware, aber bei grösseren Projekten kriegt man auf dem Markt nichts mehr", so Scherf heute zu inside-channels.ch. Der langjährige Distributions-Profi rechnet damit, dass man ab Januar zumindest wieder feste Liefertermine bekommt, doch die Preise könnten sich auch im ersten Quartal 2012 noch weiter erhöhen, befürchtet Scherf.
IDC stutzt Prognose
Derweil hat der IT-Marktforscher IDC gestern die Wachstumsprognosen für den weltweiten HD- und PC-Markt zurückgeschraubt. In der ersten Jahreshälfte 2011 wurden in Thailand 40 bis 45 Prozent der weltweit verkauften Festplatten produziert. Mit über einem Dutzend beschädigter Fabriken sei ungefähr die Hälfte dieser Produktionskapazität zurzeit beeinträchtigt, berichtet IDC.
Auch IDC geht davon aus, dass der Engpass mindestens noch bis zum ersten Quartal 2012 dauern wird. Auf die PC-Lieferungen für das laufende Schlussquartal habe die Shortage einen negativen Einfluss von "nur" 10 Prozent verglichen mit den bisherigen Prognosen, weil ein grosser Teil der Computer bereits produziert sei. Doch laut einem Worst-Case-Szenario könnten die PC-Lieferungen im ersten Quartal 2012 verglichen mit den bisherigen Prognosen 20 Prozent tiefer sein, warnt IDC.
Die Harddisk-Industrie werde sich wahrscheinlich ab dem ersten Quartal 2012 erholen, während sich die Preise wohl im Juni stabilisieren werden, glaubt IDC. Eine Normalisierung der Liefersituation wird erst für die zweite Jahreshälfte 2012 erwartet. (Maurizio Minetti)

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