Harte Selbstkritik im Schlussbericht zu Nove-IT

27. Oktober 2004, 09:57
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Das Megaprojekt Nove-IT des Bundes habe zwar viele der gesteckten Ziele, namentlich die Einsparung von etwa 130 Millionen Franken, erreicht. Doch im Schlussbericht an den Bundesrat wird auch harte Selbstkritik geübt.

Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung des Schlussbericht des IRB (Informatikrat des Bundes) zum Abschluss des Projekts Nove-IT genehmigt. Mit dem riesigen Projekt Nove-IT wurde ab 1997 versucht, die wild wuchernde Informatik-Struktur des Bundes unter Kontrolle zu bringen. So definierte man so genannte Leistungserbringer (RZs, Entwicklungsabteilungen) und versuchte die Infrastruktur und Applikationslandschaft im Bund zu standardisieren.
Gemäss dem Schlussbericht an den Bundesrat wurden einige wichtige Ziele des Projektes erreicht. So seien die Kosten pro "Leistungseinheit" um durchschnittlich 23% reduziert worden und die Synergiepotentiale durch die Reduktion der Bundes-internen IT-Anbieter erreicht worden.
Im Bericht ist aber auch viel Kritik zu finden, wie es aus der Privatwirtschaft nie veröffentlicht werden würde. So konnte bis heute keine interne Leistungsverrechnung zwischen den RZs und den Departementen und Abteilungen im Bund, die Informatik-Dienstleistungen beziehen, eingeführt werden. Dies ist aber eine wesentliche Voraussetzung dafür, um die internen Informatik-Dienstleister überhaupt mit Anbietern auf dem freien Markt vergleichen zu können. Ebenfalls gibt es in den wenigsten Fällen SLAs (Service Level Agreement - Verträge, die die zu erbringenden IT-Dienstleistungen definieren).
Ebenfalls erstaunlich offen wird über die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Nove-IT berichtet. So hat man die Aufwendungen für das "Change-Management" offensichtlich von Beginn an unterschätzt, was zu "teilweise grossem Widerstand innerhalb der Mitarbeiterschaft (Kader)" führte, wie es auf Seite 29 des Berichts heisst. (Christoph Hugenschmidt)

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