Hat SAP für Hana bei Konkurrenz geklaut?

7. September 2015, 14:07
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Ein interner Prüfer wirft SAP vor, umfassend bei der Konkurrenz gestohlen zu haben. Er scheint wenig vertrauenswürdig.

Wenn es nach einem ehemaligen internen Firmenprüfer geht, soll SAP umfassend bei der Konkurrenz gestohlen haben. Doch der Mann scheint wenig vertrauenswürdig.
Vor vier Jahren habe SAP einen Mann eingestellt, der der Firma bis heute grosse Probleme bereiten soll. Das schreibt der 'Spiegel'. Als interner Firmenprüfer hat der Mann für das Unternehmen verschiedene Softwareprojekte auf Unregelmässigkeiten untersucht.
Laut 'Spiegel' handelt es sich um einen erfahrenen Urheberrechts-Experten. Nicht ohne Grund: Erst Ende 2014 musste SAP wegen Copyright-Verletzungen rund 360 Millionen Dollar an Oracle überweisen.
In Hana findet der neue Prüfer laut eigenen Angaben geistiges Eigentum von Teradata, Oracle und IBM. In der Software Gateway solches von IBM und RIM (BlackBerry), schreibt der 'Spiegel'.
Kurz darauf lässt sich der Prüfer krankschreiben. Sein Vater, ein Anwalt, übernimmt die Korrespondenz mit dem Arbeitgeber. SAP seinerseits lässt die Vorwürfe intern untersuchen und findet einige Umstände, die tatsächlich verbessert werden müssen. Urheberrechtsverletzungen könne man aber keine feststellen. Die Parteien zerstreiten sich, schliesslich zeigt SAP den eigenen Prüfer. Das Unternehmen fühle sich von ihm "erpresst". Sein Anwalt schlägt schliesslich eine aussergerichtliche Einigung vor. Doch die Vorstellungen des Anwalts übersteigen die Kompromissbereitschaft von SAP: Unter anderem soll er mehr als 25 Millionen Euro gefordert haben, berichtet der 'Spiegel' weiter. Die hohe Geldsumme lässt die Situation eskalieren, schliesslich wird der Anwalt von einem US-Gericht wegen Erpressung verurteilt, auch weil er damit gedroht haben soll, die Vorwürfe an verschiedene US-Behörden weiterzuleiten. Der inzwischen ausserordentlich entlassene Prüfer verliert einen Prozess gegen die Kündigung.
Der wegen Erpressung verurteilte Anwalt hat sein Urteil nicht akzeptiert, es droht nun der nächste Gerichtsprozess. Gegen seinen Sohn und Mandanten wird zumindest wegen der Erpressung offenbar nicht mehr weiter ermittelt. Grund sei, dass sich nicht nachweisen lasse, dass er von den hohen Forderungen seines Vaters wusste.
Und die angeblich von SAP beklauten Unternehmen? Wenigstens eine der Firmen sei offenbar dabei, die Vorwürfe zu untersuchen, schliesst der 'Spiegel'. (mik)

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