Hat UBS 50 Informatik-Millionen versenkt?

19. Oktober 2016, 08:46
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Alle UBS-Mitarbeitenden sollen von überall her mit allen möglichen Devices arbeiten können, dies das Ziel eines IT-Projekts namens "A3".

Alle UBS-Mitarbeitenden sollen von überall her mit allen möglichen Devices arbeiten können, dies das Ziel eines IT-Projekts namens "A3". A3 soll vorerst im nigelnagelneuen Gebäude in London ausgerollt werden, später auch anderswo.
Dieses Gebäude ist von einem gewissen Interesse, da es nur für die Händler fixe Arbeitsplätze bietet, der Rest der 5400 UBS-Mitarbeiter in London wird ein flexibles Arbeitsumfeld erhalten.
Das A3-Projekt habe grosse Probleme, es drohe zum "Mega Flop" zu werden, schreibt 'Inside-Paradeplatz' unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Es stünden 50 Millionen Franken auf dem Spiel und A3 sei überflüssig, weil die UBS bereits ein funktionierendes System habe. Zudem habe man bei A3 eine spezielle Sicherheitszone nicht berücksichtigt. Diese, intern "Red Zone" genannt, sei durch das Schweizer Bankengesetz zwingend vorgeschrieben.
Was ist Fakt? Auf Anfrage von inside-it.ch erklärt die UBS, ja, es gibt das Projekt, man wolle den Trend zur Mobilität aufnehmen. Man sei daran, A3, das offenbar auf einer Kombination von Microsoft und Citrix besteht, auszurollen. Der Rollout sei erfolgreich und man habe 80 Prozent der Mitarbeitenden in London migriert. Natürlich sei es ein lebendiges Projekt und man lerne dazu, wie bei jedem Projekt.
Die "Red Zone" sei auch nicht vergessen gegangen und werde beim Schweizer Rollout ein Thema. Und ist A3 überflüssig? Nein, so die UBS, man habe zwar ein System für mobiles Arbeiten, aber dieses sei nicht allen Mitarbeitenden zugänglich.
Mehr kann die UBS nicht sagen, der Rollout sei noch im Gange. Nichts zu den restlichen 20 Prozent der Mitarbeitenden, nichts dazu, wieviele das A3-System tatsächlich nutzen, nichts zu den Kosten, nichts zu Zeitplänen des Rollouts in der Schweiz oder anderswo.
Die Begründung: "A3 ist ein internes Projekt". Ausserdem sei es noch zu früh. Ein Zusammenhang mit der Ein-Milliarden-Investition in die globale, so genannte "One Wealth"-Plattform besteht laut UBS nicht. (mag)

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