Hauseigentümer boykottieren Swisscom

3. Juni 2009, 15:55
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Verschiedene Zürcher Grundbesitzerverbände rufen ihre Mitglieder dazu auf, "bis auf weiteres" keine Verträge mit Swisscom über die Erschliessung ihrer Gebäude mit Glasfasern abzuschliessen.

Verschiedene Zürcher Grundbesitzerverbände rufen ihre Mitglieder dazu auf, "bis auf weiteres" keine Verträge mit Swisscom über die Erschliessung ihrer Gebäude mit Glasfasern abzuschliessen.
Die Zürcher Sektionen von vier gewichtigen Verbänden, dem Hauseigentümerverband, der Vereinigung Zürcher Immobilienunternehmen, dem Verband der Immobilienwirtschaft und dem Verband für Wohnungswesen, kritisieren Swisscom in einem Communiqué von heute hart. Sie empfehlen Ihren Mitgliedern, "bis auf weiteres keine Swisscom-Glasfaseranschluss-Verträge zu unterzeichnen".
Die Haus- und Grundbesitzer beklagen sich darüber, dass Swisscom je nach Standort von den Vermietern verlangt, die Kosten für die hausinterne Verkabelung selbst zu tragen. Es sei anzunehmen, dass die Vermieter diese Kosten "aus mietrechtlichen Gründen", so die etwas absurde Begründung, dann auf die Mieten schlagen werden, schreiben die Verbände. Dies, obwohl die allfälligen Mehrwerte für die Mieter erst "in einigen Jahren zum Tragen" kämen, so die Hausbesitzer.
Weiter wird in dem Communiqué kritisiert, dass Swisscom die Hausbesitzer je nach Standort und Konkurrenzsituation zu den EWs, die ebenfalls Glasfasernetze bauen, unterschiedlich behandle. Die Verbände wollen "keine vertraglichen Vereinbarungen zum Abschluss empfehlen, die einer Rechtsgleichheit entgegenstehen und eine gebührenähnliche Investition" nach sich ziehen. Ebenso wenig könne man "der Idee von Swisscom etwas abgewinnen," die Kosten für die hausinterne Verlegung von Glasfaseranschlüssen, auf die Mieter zu überwälzen.
Gemäss Swisscom-Sprecher Olaf Schulze gibt es allerdings eine solche "Idee" nicht. Swisscom verhandle zur Zeit mit den Hauseigentümern, allerdings nicht darüber, wie die Kosten für die hausinternen Glasfaseranschlüsse auf die Mieten umgelegt werden. Dazu äussert sich Swisscom gemäss Schulze nicht. Grundsätzlich versteht der Telekommunikationskonzern Glasfaseranschlüsse als Infrastruktur wie Gas und Wasser. Dort legt der Dienstleister die Anschlüsse bis zum Haus, während der Hausbesitzer für die Infrastruktur innerhalb des Hauses aufkommt.
Die Haltung der Zürcher Immobilienverbände wird vor allem das EWZ erfreuen, das in Konkurrenz zu Swisscom in Zürich ebenfalls ein Glasfasernetz baut. Anders als Swisscom ist das EWZ nämlich bereit, die Kosten für die hausinterne Verkabelung und die Installation von Steckdosen in den Wohnungen selbst zu tragen, wie aus einem Mustervetrag hervorgeht. (Christoph Hugenschmidt)

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