HD-DVD verkauft sich besser, Blu-ray bringt mehr Geld

21. August 2006, 11:17
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    US-Händler kritisieren überhastete Einführung der neuen Formate.

    US-Händler kritisieren überhastete Einführung der neuen Formate.
    Vielleicht ein Hinweis darauf, was dem hiesigen IT/UE-Fachhandel mit der Markteinführung der DVD-Nachfolger HD-DVD und Blu-Ray bevorsteht: Das Marktforschungsunternehmen NPD Group hat die Einführungszeiträume der beiden DVD-Nachfolgeformate HD-DVD und Blu-ray-Disk in den USA unter die Lupe genommen und sie miteinander verglichen. Kernpunkt des Reports ist, dass in den ersten sechs Wochen nach dem Start mehr HD-DVD-Player verkauft wurden. Blu-ray konnte jedoch in den ersten sechs Wochen nach seinem Marktstart mehr Umsatz für sich verbuchen.
    Insgesamt ist die Rolle der beiden Formate am Entertainment-Markt, wie zu erwarten war, noch verschwindend klein. Zudem kritisierten US-Händler bei einer Konferenz die "überhastete Einführung" der Formate.
    Laut den NPD-Zahlen liegt die HD-DVD (der Marktstart war im April 2006) bei den verkauften Einheiten um 33 Prozent über dem Konkurrenzformat. Das Blu-ray-Format allerdings konnte trotzdem in den ersten Wochen seit Juni 2006 um 42 Prozent mehr Umsatz einfahren. Toshibas HD-DVD-Einsteiger-Version ist ab 500 Dollar zu haben. Dieses Gerät allein verkaufte sich fünfmal besser als die grosszügiger ausgestattete Version für 800 Dollar. Der einzige beim Start erhältliche Blu-Ray-Player von Samsung wurde für 1000 Dollar angeboten. Der Preisunterschied und die Verspätung beim Marktstart scheint dem Blu-Ray-Lager also zumindest anfänglich noch nicht ernsthaft geschadet zu haben.
    Die Marktforscher stellten zudem einen zeitgleichen direkten Vergleich an, um die aktuelle Konkurrenzsituation zu beleuchten. Dabei hatte Blu-ray anscheinend auch bei der Menge der vekauften Geräte die Nase vorne. Vom 25. Juni bis Ende Juli 2006 entfielen auf Blu-ray 54 Prozent der verkauften Abspielgeräte, beim Umsatz waren es 69 Prozent. (Allerdings: In den ersten drei Wochen nach der Markteinführung konnten mehr Blu-ray-Player verkauft werden, in den darauf folgenden drei Wochen habe das HD-DVD-Lager wieder mehr verkaufte Abspielgeräte verbuchen können, so NPD.)
    Denkbar schlechte Marteinführung?
    Laut dem Branchenportal Home Media Retailing wurde die überstürzte Einführung der beiden Formate von US-Händlern scharf kritisiert. Auf der DisplaySearch HDTV Conference in Los Angeles meinte ein Händler, die Einführung der hochauflösenden DVD-Nachfolger sei vermutlich die bisher schlechteste Markteinführung neuer Technik überhaupt gewesen. Unter anderem wegen aufgetretener Kompatibilitätsprobleme mit voller HDTV-Bildauflösung (1080p).
    Scharf attackiert wurde auch Sony aufgrund der mangelnden Bildqualität seiner ersten Blu-ray-Flme. Das Ergebnis werde nicht annähernd der Qualität der Demonstrationsscheiben gerecht, meinte David Workman, Vorsitzender der Händlervereinigung Pro Buying Group. Verkäufer würden bei der Präsentation in Verlegenheit kommen, da das Bild nicht besser aussehen würde als hochgerechnete DVDs.
    Unangefochtener Spitzenreiter am Markt ist natürlich nach wie vor die DVD. Die beiden Formate, die sich um deren Ablöse bemühen, haben den NPD-Daten zufolge momentan einen Marktanteil von 0,4 Prozent von allen verkauften Abspielgeräten und erreichen gemeinsam einen Umsatzanteil von 3,6 Prozent. (pte/hjm) )

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