Hebelt E-Voting das Stimmgeheimnis aus?

18. Juni 2018, 11:17
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Die 'SonntagsZeitung' berichtet von einem Informatiker aus Rapperswil, dem es gelungen sei, mit geringsten Anstrengungen sein eigenes Stimmverhalten beim E-Voting mit einer Spyware aufzuzeichnen.

Die 'SonntagsZeitung' berichtet von einem Informatiker aus Rapperswil, dem es gelungen sei, mit geringsten Anstrengungen sein eigenes Stimmverhalten beim E-Voting mit einer Spyware aufzuzeichnen. Mit derselben Spyware, wenn er sie in Umlauf bringen würde, könnte er nun theoretisch auch das Verhalten anderer St. Galler Stimmbürger ausspionieren.
Rapperswil ist eine der fünf Gemeinden im Kanton St. Gallen, deren Stimmbürger gegenwärtig elektronisch abstimmen können. Bei der erwähnten Spyware handelt es sich um eine Browser-Erweiterung, die der Informatiker in lediglich einer halben Stunde gebaut habe, so der Bericht der 'SonntagsZeitung'. Sie könne seine Aktivitäten sowohl auf der Abstimm-Site Evote-ch.ch als auch auf Facebook aufzeichnen und verknüpfen. Der Informatiker habe seine Erkenntnisse in einem Video zusammengefasst und dieses dem Vizestaatssekretär des Kantons St. Gallen, Benedikt van Spyk, zugeschickt.
Dieser allerdings reagierte gelassen. Was der Informatiker gemacht habe, sei nichts Neues. Dieses Risiko sei bekannt. Der Bundesrat habe schon 2013 erklärt, dass Bürger und Bürgerinnen selbst dafür verantwortlich seien, dafür zu sorgen, dass ihr Computer nicht mit Spyware infiziert ist, wenn sie elektronisch abstimmen. Ausserdem sei es sehr unwahrscheinlich, dass solche Spionageversuche durchgeführt würden. (hjm)

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