Heftige Spekulation mit Pragmatica-Aktien

12. Februar 2007, 18:08
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Einen erstaunlichen Aufschwung nehmen seit letzten Donnerstag die Aktien des Zürcher Beratungsunternehmens Pragmatica.

Einen erstaunlichen Aufschwung nehmen seit letzten Donnerstag die Aktien des Zürcher Beratungsunternehmens Pragmatica. Bei regem Handel stieg der Aktienkurs seit letzter Woche von 2.80 auf heute sieben Franken. Die Börsenkapitalisierung von Pragmatica beträgt damit etwa nach unserer vorsichtigen Schätzung das 150-fache des Gewinns!
Anlass zu diesem plötzlichen Interesse an der einst ziemlich glorios gescheiterten Pragmatica dürften Gerüchte sein, wonach sich der Banken-Software-Hersteller Avaloq für Pragmatica interessiere. Pragmatica-Chef Clino Vallone sagte zur Nachrichtenagentur AWP, er vermute Spekulanten hinter den Kursbewegungen, Avaloq kommentierte die Sache nicht.
Nach unserer Einschätzung dürfte das Gerücht haltlos sein. Noch vor zwei Wochen sagte Avaloq-Chef Francisco Fernandez glaubwürdig, ein Börsengang (etwa durch eine "Reverse Take-Over") stehe nicht überhaupt im Vordergrund. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass sich ein "steinseriöser" Hersteller von Bankensoftware wie Avaloq mit einem Namen wie Pragmatica samt deren bewegten Vergangenheit einlassen würde.
Pragmatica übernahm Ende 2000 die gescheiterte "Compet-e" samt deren Börsenkotierung und versuchte in der Folge einen Komplettdienstleister für KMU ("IBM für KMU") aufzubauen. Die Pläne scheiterten und die Firma ist heute wieder eine mittelgrosse, profitable Beratungsfirma.
Die Firma ist aber weiterhin auf der Suche nach dem grossen Wurf. Man sei auf der Suche nach neuen "strategischen Investoren, die ... mit neuen, sehr interessanten Geschäftsbereichen und -modellen eine für Aktionäre attraktive Plattform anbieten können," heisst es im letzten Halbjahresbericht vom vergangenen Herbst. (Christoph Hugenschmidt)

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