"Heikle Rolle" eines FuM-Mitarbeiters im Zuger IT-Debakel

27. Juni 2014, 15:30
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Ein Blick in den Bericht der Ad-Hoc-Untersuchungskommission zeigt auf, wie gefährlich die Verkettung von Berater- und Verkäufer-Funktionen sein kann. Kein Rechtsstreit zwischen Zug und IBM.

Ein Blick in den Bericht der Ad-Hoc-Untersuchungskommission zeigt auf, wie gefährlich die Verkettung von Berater- und Verkäufer-Funktionen sein kann. Kein Rechtsstreit zwischen Zug und IBM.
Die Ad-Hoc-Kommission des Zuger Kantonsrats, die den Ursachen des Flops mit einer neuen Software für die Einwohnerkontrolle
Die Kommission hat, wie schon zuvor die Finanzkontrolle des Kantons, keine Hinweise auf unrechtmässiges Verhalten gefunden, sie beurteilt allerdings die Rolle eines Mitarbeitenden von FuM als "heikel". Im Bericht wird weder der Name der beteiligten Firma noch der Person genannt. Insider wissen aber, dass es sich um FuM handelt und beim genannten Mitarbeitenden um ein Kadermitglied, gegen das im Seco-Fall ermittelt wird.
Die Ad-Hoc-Kommission kritisiert, dass besagter Mitarbeiter einerseits bei FuM für die Hardware-Aufträge aus Zug verantwortlich war, andererseits aber auch als Berater für den Kanton Zug fungierte. Er half bei der Eruierung der Anforderungen an die neu zu beschaffende Hardware mit - es ging um IBM-Server. Die Kommission betrachte die Doppelrolle "aus Compliance Gesichtspunkten als heikel", heisst es im Bericht. Gewisse Hardware-Entscheide des Kantons findet die Kommission zudem "nicht nachvollziehbar".
Kein Rechtsstreit mit IBM
Die Kommission hat untersucht, ob der Kanton Zug Schadensersatz oder Rückvergütung von schon bezahlten Dienstleistungen von den beauftragten Firmen fordern könnte. Eine dieser - im Kommissionsbericht nicht genannten - Firmen ist bekanntlich IBM. Offenbar ist es letzterer gelungen, die Verträge mit dem Kanton so "wasserdicht" abzuschliessen, dass keine Forderungen mehr möglich sind. Dies obwohl das Projekt gescheitert ist und die Ad-Hoc-Kommission des Zuger Kantonsrats die Verantwortung dafür teilweise auch beim Software-Lieferanten sieht.
Die zuständige Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard bestätigt gegenüber inside-it.ch, dass es zwischen dem Kanton Zug und IBM keine Rechtsstreitigkeiten mehr gibt. "Die Rechtsstreitigkeiten mit IBM wurden 2012 in einem Vergleich beendet. Derzeit bestehen keine weiteren Rechtsstreitigkeiten, nachdem eine Arbeitsgruppe von Juristen des Kantons und der Gemeinden die rechtlichen Konsequenzen eines Projektstopps beurteilt und keine weitere Forderungsmöglichkeiten gegenüber den Auftragsnehmern festgestellt hatte."(hc)

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