Helfen Suchmaschinen bei der Verbreitung von Viren und Spyware?

12. Mai 2006, 08:40
  • security
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Bezahlte Links sogar risikoreicher als normale Suchresultate.

Bezahlte Links sogar risikoreicher als normale Suchresultate.
Eine Studie der kürzlich von McAfee übernommenen Web-Security-Firma SiteAdvisor bringt Suchmaschinen mit der Verbreitung von Viren-, Spyware und andere Schadsoftware in Verbindung, wie das 'Wall Street Journal' berichtet. Wie eine Auswertung von Tausenden von Suchresultaten zeige, würden durchscnittlich etwa 5 Prozent aller Suchresultate auf den ersten fünf Seiten einer Suche zu Sites führen, die von SiteAdvisor als "risikoreich" einstuft werden und über die die PCs von Usern infiziert werden könnten.
In den normalen Suchresultaten führen gemäss SiteAdvisor ungefähr 3 Prozent zu solchen Risikosites. Und erstaunlich: Bei der bezahlten Werbung, die zu den Suchen eingeblendet wird, sei der Anteil noch deutlich höher, nämlich neun Prozent.
Es ist nicht ganz klar, nach welchen Kriterien genau SiteAdvisor eine Site als Risiko einstuft. Ausserdem ist das Unternehmen, das Tools zum Schutz gegen die von Websites ausgehenden Gefahren verkauft, natürlich daran interessiert, diese Gefahren als möglichst schwerwiegend darzustellen.
Trotzdem kann man die Frage stellen, ob Suchmaschinen nicht eine aktivere Rolle beim Schutz ihrer Besucher übernehmen sollten. Bei den eigentlichen Suchresultaten wäre der Filterungsaufwand natürlich enorm, und die User trifft auch eine klare Eigenverantwortung. Vor allem das Resultat bei den bezahlten Links, deren Überwachung einiges einfacher sein dürfte und an denen die Suchmaschine Geld verdient, stimmt allerdings bedenklich. (Hans Jörg Maron)

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