Hersteller basteln an neuem DRM - aber ohne Apple

15. September 2008, 14:47
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In Hollywood hat sich ein Konsortium aus verschiedenen Medienkonzernen und Filmstudios formiert, das die Einführung eines einheitlichen Standards für das digitale Rechte-Management (DRM) plant.

In Hollywood hat sich ein Konsortium aus verschiedenen Medienkonzernen und Filmstudios formiert, das die Einführung eines einheitlichen Standards für das digitale Rechte-Management (DRM) plant. Unter dem Namen Digital Entertainment Content Ecosystem (DECE) streben unter anderen Microsoft, Paramount, NBC Universal, Sony, Warner Brothers, Philips oder auch Hewlett Packard an, das Geschäft mit Downloads aus dem Internet zu beleben. Mit dem neuen Standard versehene Inhalte sollen flexibler genutzt werden können als jene mit bisherigen DRM-Modellen. Apple will sich daran allerdings nicht beteiligen.
Kopiergeschützte Musiktitel oder Filme, die gekauft und legal aus dem Internet geladen wurden, konnten aufgrund der unterschiedlichen Hersteller-Standards oft nicht auf verschiedenen Geräten wiedergegeben werden. Während einige Filmstudios bereits an einer Vereinheitlichung arbeiteten, soll DECE hingegen nicht nur das Abspielen und Kopieren auf unterschiedlichen Geräten ermöglichen. Darüber hinaus soll es möglich werden, direkt im Internet auf die erworbenen Titel zuzugreifen. Das Konsortium versucht mit dem Schritt, das Rechte-Management für Downloads übersichtlicher und die bisher äusserst restriktiven verschiedenen Standards in einer Einheitslösung offener zu gestalten.
Die Mitglieder des Konsortiums wollen die jeweiligen Nutzerrechte in einer Datenbank speichern, auf die Konsumenten zugreifen können. Legal gekaufte Inhalte, also Filme, Musikstücke, Hörbücher, Radio-Sendungen etc., können so auf verschiedenen Geräten abgespielt werden. Allerdings bleibt der größte Verkäufer von Musik und Videoinhalten via Internet, Apple, dem Konsortium fern. Neben DECE wird dadurch weiterhin zumindest ein zweiter DRM-Standard bestehen. Dennoch ist aufgrund der hohen Nachfrage nach Online-Inhalten zu erwarten, dass sich künftig weitere Unternehmen an dem Konsortium beteiligen werden.
Auch der neue Ansatz des DECE wird viele Fragen aufwerfen. Wollen die Konsumenten, dass die Anbieter in einer Datenbank genau Buch führen, wer welche Inhalte wann gekauft, kopiert, gespeichert und konsumiert hat? Was passiert, wenn die besagte "Rechte-Datenbank" nicht verfügbar ist? (pte / hc)

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