Hewlett-Packard will EDS kaufen

13. Mai 2008, 08:49
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HP bietet 13 Milliarden in bar für den Mega-Outsourcer EDS, um im IT-Dienstleistungsgeschäft mit IBM mithalten zu können.

HP bietet 13 Milliarden in bar für den Mega-Outsourcer EDS, um im IT-Dienstleistungsgeschäft mit IBM mithalten zu können.
Das Communiqué ist äusserst dürr: "HP today confirmed that it is engaged in advanced discussions with Electronic Data Systems Corporation regarding a possible business combination involving the two companies", teilte der weltweit grösste Computerkonzern Hewlett-Packard gestern mit. Man werde bis zum Abschluss eines Deals nicht weiter Stellung nehmen, heisst es weiter. Eine exakt gleich lautende Mitteilung gibt es auch von EDS. Wie so oft, weiss das 'Wall Street Journal' mehr: HP biete den EDS-Aktionären ungefähr 13 Milliarden Dollar in Cash, so die Wirtschaftszeitung. Schon heute Dienstag könnte der Deal gemäss 'wsj' offiziell angekündigt werden. Die US-Börse glaubt an die Übernahme. Der Kurs der EDS-Aktien stieg im vorbörslichen Handel um 28 Prozent fast auf den von HP gebotenen Preis.
Gegen IBM und die indischen IT-Dienstleistungsriesen
Die Übernahme von EDS würde Hewlett-Packard auf einen Schlag in die erste Liga der Informatik-Dienstleister katapultieren. HP ist heute "nur" der fünftgrösste IT-Dienstleister mit einem Weltmarktanteil von 2,3 Prozent. Zusammen mit EDS würde HP mit einem kombinierten Weltmarktanteil von 5,3 Prozent immerhin in die Nähe von IBM rücken. 'Big Blue' liegt mit 7,2 Prozent des Weltmarkts für IT-Services unangefochten an der Spitze.
Der Kauf von EDS könnte auch dem Hard- und Software-Geschäft von HP Schub verleihen. Ganz wie es IBM tut, könnte HP nämlich den EDS-Outsourcing-Kunden vermehrt eigene Computer und Software liefern.
Bereits unter Carly Fiorina, der Vorgängerin des heutigen HP-Chefs Mark Hurd, versuchte HP mit einer Grossübernahme das Service-Geschäft zu stärken. Der Kauf des IT-Dienstleistungsarms von PricewaterhouseCoopers mitten im New-Economy-Boom scheiterte allerdings.
Pech für die EDS-Partner, HP wieder vor Integrationswehen
Klappt die Übernahme von EDS durch HP, so zerbricht das vom Outsourcer angeführte Bündnis names 'Agility Alliance'. In dieser Allianz haben sich EDS, Cisco, Dell, EMC, Microsoft, Sun und Xerox zusammengeschlossen um - primär - ihren Kunden die Produkte ihrer Partner zu verkaufen. Logisch, dass EDS als Teil von HP weder bevorzugt Server von Sun noch Drucker von Xerox empfehlen würde.
Auf die Mitarbeitenden von Hewlett-Packard wie auch EDS, die beide in der Schweiz grosse Niederlassungen unterhalten, kämen mit dem Deal harte Zeiten zu. HP-Chef Mark Hurd ist als eiserner Sparer und Antreiber bekannt, genau so wie EDS-Chef Ronald Rittenmeyer und sein Vorgänger Michael Jordan. "Synergien", beispielsweise die Eliminierung von vergleichbaren Stellen, würden wohl rasch und eisern ausgenützt. (Christoph Hugenschmidt)

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