Hewlett-Packards China-Connection

11. Mai 2011, 07:01
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HP setzt bei seiner Schlacht ums Netzwerk-Business stark auf China. Nicht nur für die Produktion, sondern auch als Markt und fürs Engineering.

HP setzt bei seiner Schlacht ums Netzwerk-Business stark auf China. Nicht nur für die Produktion, sondern auch als Markt und fürs Engineering.
"China ist für uns sehr wichtig und zwar als Markt und für die Produktion, aber auch für die Entwicklung", erklärt Carlos Sartorius, EMEA-Chef von Hewlett-Packard Networking, gegenüber inside-it.ch. Stolz verweist er darauf, dass HP in China die Nummer eins im Netzwerkbereich sei, in diesem Markt also vor Cisco stehe.
Von Version 3.0 auf 5.0
Mit dem Kauf des Netzwerkkomponenten-Herstellers 3Com hat HP den ehemaligen Partner Cisco nicht nur zum Erzrivalen erklärt, sondern auch chinesisches Knowhow und Kultur eingekauft.
So hat beispielsweise die neueste Version der gestern in London vorgestellten Netzwerk-Managementsuite IMC die Versionsnummer vier übersprungen. "Nach Nummer drei haben wir direkt Nummer fünf eingeführt, weil die Zahl vier in China eine Unglückszahl ist, wie bei uns die 13", erzählte Chris Linzell, EMEA-Produktemanager von HP Networking.
IMC ist ein 3Com-Produkt aus den späten 1990er-Jahren und wird auch weiter stark in China entwickelt. Wie viele Entwickler an wie vielen Standorten für HP angestellt sind, bleibt allerdings ein Geheimnis von HP. Es ist hingegen keine Neuigkeit, dass R&D-Abteilungen in China erhebliche Einsparungen versprechen. In der Londoner Runde fällt auch schon mal der Ausdruck "low cost research and development", was aber nicht zwingend negativ gemeint ist: "Sonst könnten sie Cisco niemals die Stirn bieten", meint ein Fachjournalist aus Luxemburg.
Missverständlicher britischer Humor
Eine der von 3Com aus China übernommenen Spezialistinnen und Spezialisten ist Eva Zhang (Foto), die heute als Produktmanagerin den EMEA-Bereich von HP Networks betreut. Sie startete ihre Karriere bei China Netcom als Netzwerk-Ingenieurin, ging später zum Jointventure Huawei-3Com und wechselte kurz vor der Übernahme durch HP zu 3Com.
"In China ist die Entwicklung sehr proaktiv, man will nicht nur möglichst viel Gewinne für die eigene Firma ermöglichen, sondern auch die Technologie vorantreiben und so möglichst vielen Leuten zugänglich machen", sagt sie im Gespräch mit inside-it.ch.
Sie macht allerdings keinen fundamentalen Unterschied zwischen dem Westen und ihrer Heimat aus, sondern hatte nach ihrem Umzug nach Grossbritannien eher mit einer angelsächsischen Kulturunterschied zu kämpfen: "Ich hab den britischen Humor nicht von Anfang an verstanden, aber beim Denkstil von US-amerikanischen Kollegen im R&D gab es nie Missverständnisse." (Philippe Kropf)
(Interessenbindung: HP ist ein wichtiger Werbekunde unseres Verlags. HP hat dem Journalisten einen Economy-Flug nach London und eine Übernachtung bezahlt.)

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