Highlights des Hacker-Kongresses des CCC

28. Dezember 2016, 14:07
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Der Chaos Computer Club (CCC) hat gestern seinen Kongress unter dem Motto "Works for me" eröffnet.

Der Chaos Computer Club (CCC) hat gestern seinen Kongress unter dem Motto "Works for me" eröffnet. Rund 12'000 Personen nehmen am 33. Chaos Communication Congress (33C3) in Hamburg teil, es handelt sich um den grössten seiner Art in Europa. Noch bis Freitag beschäftigen sich die Teilnehmer mit den Themen Security, Politik, Hacks oder Ethik.
Yannay Livneh aus Israel zeigte eine Sicherheitslücke in der Web-Programmiersprache PHP 7. Bevor er den Kongressteilnehmern demonstrierte, wie sich die Lücke für möglichen Missbrauch ausnutzen lässt, habe er das PHP-Team über die Probleme informiert.
Auch Karsten Nohl und Nemanja Nikodijevic von der IT-Sicherheitsfirma Security Research Labs (SRL) zeigten Schwachstellen auf. Sie kritisierten, dass bei der Buchung von Flugreisen wesentliche Vorkehrungen für den Datenschutz von Reisenden missachtet werden. Die Buchungssysteme seien häufig veraltet. Man könne vergleichsweise einfach an bereits bezahlte Buchungen gelangen und diese Flüge etwa auf sich selbst umschreiben.
Kritik an Regierung und Polititk
Am Kongress wurde vor immer verbreiteter Videoüberwachung gewarnt. Das Ergebnis wäre ein grosses vernetztes System, das eine Vollüberwachung aller Menschen in der Öffentlichkeit ermöglichen würde. In England sei diese Entwicklung in Kombination mit der Vernetzung von Geräten schon jetzt erkennbar. "Dann wäre die Vollüberwachung, die wir im Internet schon haben, auch in der Öffentlichkeit Realität", sagte CCC-Sprecher Linus Neumann.
Bei einer vernetzten Vollüberwachung könnten Behörden in Verbindung mit neuer Software zur Gesichtserkennung erfassen, wer sich wann an welchem Ort aufhalte und mit wem getroffen habe. "Das ist nicht das, was wir in einer Demokratie wollen", sagte er. "Wenn wir das einmal haben, gibt es kein Entkommen mehr - deswegen müssen wir es bekämpfen, bevor es entsteht."
Die Veranstalter hatten auch Whistleblower Cian Westmoreland nach Hamburg eingeladen, der deutliche Kritik an der deutschen Regierung übte. Nach Ansicht des ehemaligen Technikers der US-Luftwaffe trägt Berlin eine Mitverantwortung für die umstrittenen Drohnenangriffe der USA. Datensammlung und -übermittlung für diese Angriffe hätten ihr Zentrum auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Ramstein und damit auf deutschem Boden. Damit sei die deutsche Regierung "mitschuldig an allem, was wir tun". (kjo/sda)

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