"Hilfe, das Internet wird verstopft!" - und andere Propaganda

28. November 2007, 15:08
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BloggingToms Woche im Cyberspace IV.

BloggingToms Woche im Cyberspace IV.
Alleine das Videoportal YouTube verstopfe das Internet monatlich mit rund 27'000'000'000'000'000 Bytes oder 27 Petabytes Daten. Kein Wunder, dass da Befürchtungen aufkommen, das Internet werde spätestens im Jahr 2010 hoffnungslos verstopft und Modem-Surfgeschwindigkeiten wieder Tagesordnung sein werden, trotz des schönsten Super-Breitband-Anschlusses. Die fast schon dramatische Pressemitteilung zur Studie veröffentlichten denn auch die meisten Medien unbesehen.
Schaut man genauer hin, befindet man sich aber bereits wieder mitten in der Diskussion um die Netzneutralität, auf welcher das heutige Internet beruht. Egal, ob die Daten von grossen Unternehmen oder vom kleinen Blogger stammen, ob sie Text oder Videodaten enthalten: Jedes Datenpaket "Im Internet" wird gleich behandelt. Bereits gibt es allerdings Telekommunikationsunternehmen, die über "priorisierte" Dienste nachdenken: Wer mehr bezahlt, wird schneller bedient. Faktisch wird das aber umgekehrt herauskommen: Wer nicht zahlt oder nicht zahlen kann, wird zukünftig ausgebremst.
Tatsache ist, dass die oben genannte Studie massgeblich von der Internet Innovation Alliance hinarbeiten soll. Da ist die Frage berechtigt: Surfen wir in drei Jahren nun wirklich mit Modemgeschwindigkeit oder will man einfach nur das Terrain dafür vorbereiten, um Inhalteanbieter zur Kasse zu bitten?
Die Schwierigkeiten von Microsoft bei der Einführung von Vista nutzt Apple geschickt für weitere Seitenhiebe. Ganz in der Tradition der bekannten "I’m a Mac, and i’m a PC"-Werbespots, auch wenn ich mich bisher nicht für den Kauf eines Macs erwärmen konnte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden ;-)
Und zum Schluss noch dies: Wer weiss eigentlich, welche Hirnhälfte man persönlich überproportional nutzt? Schauen Sie sich die Tänzerin ganz oben an.
Dreht sie sich im Uhrzeigersinn? Dann nutzen Sie die rechte Hirnhälfte öfters. Für die meisten wird sich die Tänzerin allerdings im Gegenuhrzeigersinn drehen, was - richtig geraten - auf eine intensivere Nutzung der linken Hirnhälfte schliessen lässt. Ich sehe sie so, und damit weiss ich nun auch, dass ich detailorientiert, logisch und praktisch denke. Zumindest sagt mir das die australische Herald Sun)

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