Hitachi steht vor Milliardenverlust

3. Februar 2009, 09:57
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7000 Stellen gestrichen, Investitionsstopp

7000 Stellen gestrichen, Investitionsstopp.
Die Krise hat den japanischen Elektronikriesen Hitachi hart getroffen. Am Freitag mussten die Japaner bekannt geben, dass für das Geschäftsjahr 2008, das am 31. März zu Ênde geht, ein Verlust von rund 700 Milliarden Yen, etwas über 9 Milliarden Franken, zu erwarten sei. Dies ist der grösste Jahresverlust, den ein japanischer Konzern je verbuchen musste.
Bisher war Hitachi davon ausgegangen, dass das Geschäftsjahr mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen werden könnte. Im zweiten Halbjahr sind die Geschäfte aber tief eingebrochen. Hitachi revidierte daher die Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 10,9 auf 10 Billionen Yen und die Prognose für den operativen Jahresgewinn von 410 auf 40 Milliarden Yen. Im dritten Quartal betrug der Verlust, wie heute bekannt gegeben wurde, 371 Milliarden Yen.
Ein Teil der Verluste beruht auf Abschreibungen, viel grössere Sorgen machen den Japanern aber operative Verluste in der zweiten Jahreshälfte und der stark negative Cash-Flow (-254 Milliarden Yen im dritten Quartal), der durch kurzfristige Anleihen wettgemacht werden musste. Um den Cash-Bestand zu sichern, hat Hitachi vorerst Zusatzinvestitionen weitgehend gestrichen. Zudem sollen Lagerbestände abgebaut werden.
Hitachi ist in sehr vielen verschiedenen Geschäftsbereichen tätig, von Unterhaltungselektronik über High-end-Server und –Storage-Systeme bis zu Einrichtungen für Kraftwerke. Nun will Hitachi seine Aktivitäten überprüfen und die Produktion von unrentablen Produkten einstellen. Die daraus folgenden Stellenstreichungen halten sich aber in Grenzen. Insgesamt sollen rund 7000 der bisher über 150'000 Stellen wegfallen. Am meisten Entlassungen wird es in den Bereichen Autoelektronik und Flachbildschirm-TVs geben. (hjm)

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