Hitachi und die Schrumpfköpfe

15. Oktober 2007, 10:23
  • technologien
  • hitachi
image

Die Miniaturisierung von Hardware-Strukturen und Komponenten voranzutreiben ist in allen Bereichen eine der Hauptherausforderungen bei der Fortentwicklung der IT-Technologie.

Die Miniaturisierung von Hardware-Strukturen und Komponenten voranzutreiben ist in allen Bereichen eine der Hauptherausforderungen bei der Fortentwicklung der IT-Technologie. Überall stösst man heute Dimensionen vor, bei denen Quanteneffekte ins Spiel kommen und weitere Verkleinerungen komplizieren. Zunehmend werden auch ebensolche Quanteneffekte genutzt, um die Probleme zu lösen. Dies ist auch bei einem Durchbruch der Fall, den Hitachi bei der Verkleinerung von Leseköpfen für Harddisks erzielt hat. Der Durchbruch beruht auf einer neuen Anwendung der "Giant Magnetoresistance", des Phänomens, für dessen Entdeckung Albert Fert und Peter Grünberg gerade den Nobelpreis für Physik erhalten haben.
Hitachi konnte durch die Anwendung einer neuen Technologie Leseköpfe für Festplatten entwickeln, die rund halb so gross sind, wie die heute gebräuchlichen. Hitachis "CPP-GMR" sollen Magnetspuren lesen können, die nur 30 bis 50 Nanometer Abstand haben und damit zum Beispiel die Konstruktion von Desktop-HDs mit 4 GB Kapazität erlauben. Die gegenwärtig benutzten "TMR"-Köpfe würden, so schätzen Physiker, bei rund 2,5 GB an ihre Grenzen stossen und unzuverlässig werden. Die neuen Leseköpfe könnten gemäss Hitachi ab 2009 auf den Markt kommen und 2011 in die Massenproduktion gehen.
Die Nutzung von Quanteneffekten hat übrigens bereits Tradition bei Harddisks: Die heute gebräuchliche "TMR"-Technologie ("tunnel magnetoresistance") beruht auf dem "Tunneleffekt" und die GMR-Technologie ("giant magneto-resistive heads") wurde sogar noch früher verwendet. Bei ihrem "Comeback" als CPP-GMR - mit vollem Namen "current perpendicular-to-the-plane giant magneto-resistive heads" - besteht der "Trick" anscheinend darin, die Richtung, mit der Strom durch den Lesekopf fliesst, um 90 Grad zu drehen. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

APIs bei Twitter werden kostenpflichtig

Schon in weniger als einer Woche werden Entwicklerinnen und Entwickler zur Kasse gebeten. Ein Preismodell gibts noch nicht.

publiziert am 3.2.2023
image

ChatGPT wächst so schnell wie keine andere App

Der KI-Chatbot bricht Rekorde und verzeichnet 100 Millionen aktive Nutzer innert nur 2 Monaten. Nun soll bald ein Abo-Modell eingeführt werden.

publiziert am 2.2.2023
image

Zurich wechselt in die AWS-Cloud

Bis 2025 sollen bei der Versicherung rund 1000 Anwendungen auf AWS migriert werden. Damit will Zurich 30 Millionen Dollar im Jahr sparen können.

publiziert am 31.1.2023
image

Hausmitteilung: 1 Jahr nach unserem Relaunch

Wir gingen heute vor einem Jahr mit der neuen Website live. Was ist in dieser Zeit geschehen?

publiziert am 31.1.2023 1