Hochfliegende Pläne bei Infomaniak

21. Februar 2020, 10:52
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Ein neues RZ, ein E-Mail-Service, ein Slack-Konkurrent, aber alte Server weiter benutzen: Infomaniak möchte gegen die Grossen antreten.

Der Hoster und Cloud-Provider Infomaniak möchte sich als Schweizer David profilieren, der keine Angst davor hat, auch gegen die Internet-Goliaths à la Google, Amazon oder Microsoft anzutreten. In einem aktuellen Communiqué unterstreicht er seinen Plan, sowohl Unternehmen als auch Privatanwendern eine leistungsfähige Schweizer Alternative zu den Services der Hyperscaler anzubieten, und stellt einige Zukunftspläne vor.
So will Infomaniak ab dem dritten Quartal einen neuen kostenlosen E-Mail-Service starten, der es mit Gmail und Co. aufnehmen soll. User werden damit Kontakte und Kalender auf allen Geräten synchronisieren können, so Infomaniak.
Für Unternehmen werde das Kommunikationspaket sogar eine mit Slack vergleichbare Instant-Messaging-Lösung bieten, behauptet der Provider. Ebenfalls geplant seien Object-Storage- und allgemeine Infrastructure-as-a-Service-Produkte für Unternehmen.

Grün, grüner…

Infomaniak will auch als sehr ökologisch bewusster Provider punkten. Schon jetzt kompensiere man den eigenen CO2-Ausstoss "zu 200%" über myclimate.org. Ende 2022 will Infomaniak in Genf ein neues Rechenzentrum eröffnen. Man werde die komplette im RZ erzeugte Wärme nutzen, um ein Genfer Häuserviertel zu heizen. Damit werde man einen PUE-Wert von unter 1.1 erreichen, sagt der Provider.
Ausserdem hat die Firma den wie uns scheint eher ungewöhnlichen Plan, die Umwelt zu schonen, indem man alte Server weiter benützt. Serverhersteller erklären ja meist, dass neue Servergenerationen energieeffizienter seien als ihre Vorgänger. Infomaniak hält dem entgegen, dass man festgestellt habe, dass die Herstellung von neuen Servern mehr CO2-Ausstoss verursache als der Betrieb eines Servers über 20 Jahre. (Die Rechnung basiert allerdings auf der Annahme, dass ausschliesslich zertifizierter Ökostrom genutzt wird.) Der Weiterbetrieb alter Server sei zudem ohne Performance-Einbussen möglich.
Infomaniak hat Standorte in Genf und Winterthur und hat gegenwärtig nach eigenen Angaben etwas über 130 Mitarbeitende.

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