Hohe Qualifikation hilft nicht gegen Arbeitslosigkeit

10. Februar 2021, 13:20
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Im Kanton Zürich wächst die Zahl der arbeitslosen Informatiker mit Ausbildung auf Tertiärstufe. Das zeigt eine Exklusiv-Analyse.

Im Januar nahm die Arbeitslosigkeit im Kanton Zürich erneut zu, mehrheitlich saisonale, aber auch konjunkturelle Effekte trugen zum Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6% bei. Leicht rückläufig war die Zahl der arbeitslos gemeldeten Informatiker. Dies meldet das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA).
Auf Anfrage erhielten wir eine Auswertung der Zahlen über arbeitslose Informatiker im Januar 2021. Diese lassen sich mit Zahlen vom Juli 2020 vergleichen.
Im Januar waren nur wenig mehr Informatiker bei den Zürcher RAV gemeldet, nämlich 1054 (plus 14). Es gibt aber Verschiebungen, was die Qualifikation der Arbeitslosen angeht.
So hat seit Juli 2020 die Zahl der arbeitslosen, hochqualifizierten Fachkräfte von 815 auf aktuell 847 zugenommen. Akademische und vergleichbare Qualifikationen sind also nicht gesuchter geworden.
Abgenommen hat im gleichen Zeitraum die Zahl der arbeitslosen Informatiker mit mittlerer Qualifikation – von 225 im Juli 2020 auf aktuell 207. Fachkräfte auf mittlerem Niveau landen weiterhin seltener beim RAV, das zeigt sich erneut.
Es bestätigt sich zudem, dass nicht primär die Alterskategorie 50+ im Kanton Zürich aufs Arbeitsamt geschickt werden. Sie verteilen sich relativ gleichmässig zwischen den 30 bis 59-Jährigen, wobei die 30 bis 34-Jährigen mit 14,3% den grössten Anteil unter den hochqualifizierten Arbeitslosen stellen.
Und gerade mal 31 arbeitslose Informatiker mit mittlerer Qualifikation sind dem Zürcher RAV bekannt.
Die Informatik erweist sich grundsätzlich mit 3,42% Arbeitslosigkeit in Zürich als unterdurchschnittlich betroffenes Berufsfeld, wenigstens bis anhin. Aber das AWA meldet, die Wirtschaftslage im Kanton habe sich weiter verschlechtert und die Unternehmen würden mit einem weiteren Stellenabbau rechnen. Dies könnte erneut zu Projektverschiebungen oder vorsichtigeren Investitionen von einzelnen Kundensegmenten in IT-Lösungen zu führen. Dies war auch zu Beginn des Lockdowns 2020 festzustellen.

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