Homeoffice ist nicht weniger produktiv

27. März 2020 um 09:57
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Arbeiten im Homeoffice ist nach Angaben von Wissenschaftlern nicht weniger produktiv. Chefs sollten nicht dem Micromanagement verfallen.

Wissenschaftler seien zum Schluss gekommen, dass das Arbeiten im Homeoffice nicht zwingend heisse, dass Arbeitnehmende weniger produktiv seien. Unter den richtigen Voraussetzungen könnten virtuell zusammenarbeitende Teams sogar effektiver sein. So wurde der Forscher Nils Brede Moe in einem Artikel zitiert, den die unabhängige norwegische Forschungsorganisation Sintef auf ihrer Webseite veröffentlicht hat.
Unter Berufung auf verschiedene aktuelle Sintef-Forschungsarbeiten kommt Moe zu dem Schluss: "Es ist nicht der Fall, dass virtuelle Teams eine geringere Produktivität bedeuten." Es könne jedoch etwas schwieriger für solche Teams sein, effektiv zu arbeiten. Entscheidend sei unter anderem, dass die Kollegen mit den richtigen Werkzeugen zur Kommunikation während der Arbeit ausgestattet seien.

Vorsicht vor Micromanagement und Raum für Smalltalk

Für Chefs und Teamleiter könne die Situation herausfordernd sein. Diese hätten den Drang nach einem hohen Mass an Micromanagement. "Das ist keine gute Idee", führt Moe aus. Manager sollten darauf vertrauen, dass ihre Teammitglieder normal arbeiten. Es gebe kein Grund anzunehmen, dass ein grösserer Bedarf an Status-Updates bestehe, wenn Angestellte im Homeoffice arbeiten.
Für Arbeitnehmende könne es Durchaus ein Vorteil sein, zuhause zu arbeiten. Denn viele Menschen fühlten sich weniger abgelenkt und es gebe auch weniger Unterbrechungen. "Im Durchschnitt braucht ein Softwareentwickler 20 Minuten, um nach einer Unterbrechung zu seiner Aufgabe zurückzukehren", sagt Moe.
Raum für einen Austausch sollte es auch geben, wenn die Teams nicht physisch zusammenarbeiten. "Es ist unglaublich wichtig, Videokonferenzen zu nutzen und miteinander zu sprechen, anstatt Gedanken und Bedürfnisse einfach nur schriftlich auszutauschen", riet Moe. Treffen per Video sollten deshalb vorgeschrieben sein, falls man nicht am selben Standort arbeite.
Um Misstrauen innerhalb eines Teams vorzubeugen, sollte man seine Kollegen stets mit An- und Abmeldungen informieren, ob man am Arbeitsplatz sei oder nicht. Und noch etwas sei nicht verkehrt, so Sintef-Forscher Moe: Zeit dafür zu reservieren, mit den Kollegen über die Geschehnisse des Tages zu sprechen und darüber, was man neben der Arbeit tue und wie es sich anfühle, den ganzen Tag alleine zu Hause zu sitzen.

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