Hosting-Streit: Wichtiger Etappensieg für Switch

11. Juni 2010, 12:55
  • weko
  • hosting
  • switch
image

Gericht hebt vorsorgliche Massnahmen auf. Hoster hoffen nun auf wegweisende Entscheide von Bakom und Weko.

Gericht hebt vorsorgliche Massnahmen auf. Hoster hoffen nun auf wegweisende Entscheide von Bakom und Weko.
Die Stiftung Switch verbucht einen wichtigen Etappensieg im Kampf gegen zehn Schweizer Hosting-Provider, die sich seit einem Jahr aufgehoben, wonach Switch unter anderem verboten wurde, die Hosting-Tochter switchplus auf der Switch-Homepage als einzigen Wholesale-Partner aufzuführen.
"Wir begrüssen diesen logischen Entscheid. Dies bestärkt uns im Aufbau von zuverlässigen Internet-Dienstleistungen für unsere Kunden", wird switchplus-Chef Wolfram Schmidt in einer Mitteilung zitiert. Switchplus sei nun in der Lage, einen "seit Jahren geäusserten Kundenwunsch" zu erfüllen. Man biete Dienstleistungen an, die innerhalb der regulierten Tätigkeit von Switch nicht möglich seien: die Registrierung von Domain-Namen sowie das Web- und Mail-Hosting aus einer Hand.
Weniger zufrieden sind die zehn Hosting-Provider Hostpoint, green.ch, VTX, Cyberlink, cyon, dynamic-net.ch, Genotec, Infomaniak Networks, Multimedia Networks und Webland. Vor allem die kleineren unter ihnen befürchten, dass durch die Hosting-Dienste von switchplus ihre Existenz bedroht ist. Sie haben aber noch nicht entschieden, ob der rechtliche Weg weiterverfolgt werden soll, heisst es auf Anfrage. Ein Verfahren wäre teuer und könnte bis zu zwei Jahre dauern. Die grösseren Hoster zögern, den zivilrechtlichen Weg zu gehen – sie möchten switchplus auf dem Markt bekämpfen. In diesem Fall kämen aber die kleinen Hoster wohl doppelt unter Druck.
Was Bakom und Weko sagen
Die Hoffnung der Hoster ist nun, dass sowohl das Bundesamt für Kommunikation (Bakom), als auch die Wettbewerbskommission (Weko) Druck auf Switch machen werden. Bei der Weko heisst es auf Anfrage, man warte jetzt auf Entscheide der beiden Parteien. Wenn der Zivilweg gewählt wird, wartet die Weko jeweils ab. Kommt es dabei nicht zu einer Einigung, kann die Weko nach einer Beschwerde eine Voruntersuchung einleiten.
Beim Bakom heisst es, der nun erfolgte Entscheid des Zürcher Handelsgerichts habe keinen Einfluss auf das laufende Aufsichtsverfahren. Das Bakom stützt sich auf das Fernmeldegesetz und geht davon aus, dass ein Entscheid in dieser Sache womöglich im Spätsommer oder im Herbst fallen wird. Der Entscheid könnte danach allenfalls ans Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Laura Melusine Baudenbacher präsidiert neu die Weko

Andreas Heinemann tritt aufgrund der Amtszeitbeschränkung als Weko-Präsident zurück. Seine Nachfolgerin ist eine auf Kartellrecht spezialisierte Anwältin.

publiziert am 4.1.2023
image

#Security: NCSC-Entscheid hat Potenzial für Kollateralschäden

Am Freitag hat der Bundesrat entschieden, das aus dem NCSC entstehende Bundesamt für Cybersicherheit im VBS anzusiedeln. Weil der Bund daraus entstehende Interessenkonflikte verschweigt, sind jetzt schnell Tatbeweise des VBS nötig, kommentiert Martin Leuthold von der Stiftung Switch.

publiziert am 8.12.2022 1
image

Im nächsten Jahr kommt die Schweizer Hochschul-Cloud

Switch startet mit der Cloud in 2 Rechenzentren von Green. Ein Ausbau sei angedacht, erklärt uns die Stiftung.

publiziert am 10.11.2022
image

Swisscom gibt im Glasfaserstreit nach

Der Konzern will die Ausbauweise des Glasfasernetzes ändern und setzt nun wie von der Weko gefordert auf Point-zu-Point. Bereits gebaute Anschlüsse werden umgerüstet.

publiziert am 27.10.2022 2