HP bleibt eine (auch) PC-Firma

27. Oktober 2011, 21:07
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Geht doch: "Evaluation der strategischen Alternativen abgeschlossen."

Geht doch: "Evaluation der strategischen Alternativen abgeschlossen."
"HP is committed to PSG, and together we are stronger", lässt sich die neue HP-Chefin Meg Whitman in einer Pressemitteilung heute Nacht zitieren. Wie HP heute mitteilt, verzichtet man darauf, die 'Personal Systems Group' (PSG), die ihrerseits wiederum mit 40 Milliarden Dollar Umsatz der grösste PC-Hersteller der Welt ist, abzuspalten oder gar zu verkaufen.
Mitt August verkündete der damalige HP-Chef Léo Apotheker mit der ihm eigenen Unverfrorenheit, man wolle die Abspaltung oder eine "sonstige Transaktion" der PSG prüfen - ein Prozess der sich über Monate hinziehen könne. Die unglücklich kommunizierte Infragestellung der bisherigen Strategie sandte den Kurs der HP-Aktie noch tiefer in den Keller, verunsicherte Mitarbeitende, Reseller und Kunden und führte letztlich zur Entlassung von Apotheker.
Seine Nachfolgerin, die ehemalige eBay-Chefin und gescheiterte republikanische Politikerin Meg Whitman versprach, den Prozess der Strategiefindung zu beschleunigen und die Unsicherheit rasch zu beseitigen, während die PSG selbst mit einer massiven Verkaufsoffensive dafür sorgte, dass die Verkäufe nicht einbrachen.
Der jetzige Entscheid überrascht nicht, denn schon Anfang Oktober sandte HP-Veteranin Ann Livermore bei einem Auftritt vor Distributoren und Resellern (und der Channel-Presse) in Barcelona entsprechende Signale aus.
Die Argumente: Brand, Kundenbindung, tiefe Verzahnung der PSG mit Rest-HP
In der auf harten Daten basierenden Evaluation habe man alle Geschäftsfelder und alle Funktionen bei HP untersucht, schreibt der Konzern. Man habe festgestellt, dass PSG tief in strategische Bereiche des Konzerns wie etwa Supply Chain, Informatik und Beschaffung integriert sei und zudem zum Produktportfolio und zum Markenwert beitrage. Es würde mehr kosten, diese Werte bei einer Abspaltung wieder zu kreieren, als man dadurch gewinnen könne.
Ob der jetzige Beschluss, am relativ margenschwachen und wegen Cloud Computing gefährdeten PC-Geschäft festzuhalten, richtig ist, lässt sich aus der Distanz nicht feststellen. Denn wir wissen nicht, wofür Apotheker das Geld aus der Abspaltung der PSG einsetzen wollte und sowieso weiss niemand, ob dieser Plan denn auch aufgegangen wäre.
Mit grosser Sicherheit eine gute Sache ist der Beschluss hingegen für Mitarbeitende, Distributoren, Reseller und Kunden, denn die Abspaltung oder der Verkauf der riesigen PSG wäre wohl kaum ohne grosse Reibungsverluste zu bewerkstelligen gewesen.
Ein schlechtes Licht wirft die Aufregung um die Zukunft der PSG hingegen auf den HP-Verwaltungsrat. Eine Untersuchung über die Zukunft einer Firmenabteilung sollte doch möglich sein, ohne dass man Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden und Partner über Wochen hinweg völlig verunsichert. (Christoph Hugenschmidt)

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