HP-Chefin Whitman: "No more surprises"

22. November 2011, 10:45
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HP will im kommenden Jahr keine grösseren Übernahmen mehr tätigen, und lieber mit dem arbeiten, was man bereits hat, sagt Meg Whitman. Weitere zwei Milliarden Dollar werden abgeschrieben.

HP will im kommenden Jahr keine grösseren Übernahmen mehr tätigen, und lieber mit dem arbeiten, was man bereits hat, sagt Meg Whitman. Weitere zwei Milliarden Dollar werden abgeschrieben.
Die neue HP-Chefin Meg Whitman hat anlässlich der Präsentation der Zahlen des letzten Quartals und des letzten Geschäftsjahrs gestern Abend vor allem eines versprochen: Mehr Stabilität, keine überraschenden Kurswechsel mehr in näherer Zukunft und auch keine grösseren Übernahmen im nächsten Jahr. Oder, wie sie kurz zusammenfasste: "No more Surprises". Stattdessen wolle man lieber wieder das tun und darüber reden, was HP traditionell gut beherrsche: Server, Storage, Forschung und Entwicklung, IT-Effizienz verbessern. Whitmans im September gefeuerter, den er plante, gestolpert. Whitman hat bereits einige Teile davon, vor allem die ins Auge gefasste Abtrennung des PC-Bereichs, rückgängig gemacht.
Im vierten Quartal hat HP für Restrukturierungen und Abschreiber, unter anderem im Zusammenhang mit der Einstellung des webOS-Geschäfts (Touchpad, Smartphones), Kosten von etwas über zwei Milliarden Dollar verbucht. Dies hat den grössten Teil des ausgewiesenen Reingewinns aufgefressen: Statt 2,5 Milliarden Dollar, wie vor einem Jahr, betrug er im vierten Quartal 2011 noch 239 Millionen Dollar. Auch wenn man Sonderkosten ausklammert, wäre der Reingewinn allerdings um rund 23 Prozent gesunken. Der Umsatz schrumpfte um 3 Prozent auf 32,1 Milliarden Dollar.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2011 verbucht HP Sonderkosten von 3,3 Milliarden Dollar und einen verglichen mit 2010 um 19 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar gesunkenen Reingewinn. Der Umsatz stieg um 1 Prozent auf 127,2 Milliarden Dollar.
Das Abenteuer der Übernahme von Palm und des webOS beziehungsweise der Versuch, den Erfolg Apples mit iPhone, iPad und iOS nachzuahmen, hat HP also viel Geld gekostet. HP hat bei der Gelegenheit – nach dem Motto wenn schon Abschreiber, dann richtig – allerdings wohl auch einige andere Dinge abgeschrieben, denn für die Übernahme von Palm beispielsweise gab HP einige Monate später rund das Doppelte aus.
Von den einzelnen Geschäftsbereichen HPs konnte im vierten Quartal 2011 eigentlich nur der von Apotheker forcierte Softwarebereich einen grösseren Umsatzanstieg verbuchen. Der Umsatz stieg verglichen mit dem vierten Quartal des Vorjahrs um 28 Prozent, mit 976 Millionen Dollar bleibt der Umsatzanteil der Software – bevor Umsätze von Autonomy mitgezählt werden können - aber vergleichweise bescheiden. Einen kleinen Umsatzanstieg, um 1 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar, konnte ansonsten nur der Servicebereich veruchen.
Geschrumpft sind im Jahresvergleich dagegen die Umsätze in allen Hardwarebereichen, um 4 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar im Bereich Enterprise Server, Storage und Networking und um ebenfalls 4 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar im PC-Bereich. Den grössten Rückgang verzeichnete der Imaging and Printing-Bereich, dessen Umsatz um 14 Prozent auf 4 Milliarden Dollar fiel. (hjm)
(Foto: HP)

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