HP definiert seine "Software Defined Networking"-Strategie

4. Oktober 2012, 01:38
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Hewlett-Packard setzt auf "OpenFlow" und lanciert SDN-Controller für Netzwerke.

Hewlett-Packard setzt auf "OpenFlow" und lanciert SDN-Controller für Netzwerke.
HP hat gerade seine Strategie für das noch junge Gebiet des Software Defined Networking (SDN) vorgestellt. Hewlett-Packard nimmt dabei für sich in Anspruch, der einzige Anbieter zu sein, der auf offenen Standards basierende SDN-Technologien sowohl für die Netzwerkinfrastruktur, als auch für die Kontrollsoftware und die Applikationsschicht bieten kann.
Controller
Der zentrale Punkt ist dabei die Einführung einer zentralen Softwarekontrollebene in Form des neuen "HP Virtual Application Networks SDN Controllers". Dieser soll eine zentralisierte Übersicht über ein Netzwerk und alle vorhandenen Netzwerkgeräte ermöglichen und deren Konfiguration und Programmierung automatisieren. Zusätzlich soll er Entwicklern standardisierte APIs zu Verfügung stellen, so dass diese neue Applikationen für SDNs entwickeln können. HPs SDN-Controller wird laut 'Network Computing' sowohl als Appliance als auch als Software erhältlich sein und soll nächstes Jahr auf den Markt kommen.
Infrastruktur
Als Sprache, über welche der Controller die Netzwerkgeräte programmieren kann, setzt HP auf OpenFlow., auch wenn nicht alle davon gleichermassen mit OpenFlow arbeiten. HP dagegen will einen grossen Teil seiner Netzwerkswitches OpenFlow-fähig machen. Die Switches der Familien 8200, 5400, 3500 unterstützen OpenFlow bereits, neu soll nun auch die 3800er-Familie hinzukommen.
Applikationen
Auf der Applikationsebene möchte HP Drittunternehmen ermuntern, die erwähnten APIs zu benützen, um neue Netzwerkmanagementtools zu entwickeln. Ein Vorzeigepilotkunde ist das CERN, das eine eigene Load-Balancing-Applikation entwickelt, unter anderem um die Firewallkapazität einfacher an neue Anforderungen anpassen zu können.
Aber auch HP selbst hat bereits zwei solche Applikationen angekündigt. Die "Virtual Cloud Networks"-Software soll Providern die Aufsetzung von Self-Service-Angeboten ermöglichen und "Sentinel Security" die Verwaltung von Netzwerkzugangskontrollsystemen (NAC) und Intrusion-Prevention-Systemen automatisieren.
Was ist denn eigentlich SDN?
Software Defined Networking (SDN) ist ein neues Schlagwort im Netzwerkbereich. Die Anbieter versprechen, durch SDN Netzwerke flexibler zu machen und ihre Verwaltung und den Betrieb zu vereinfachen. SDN bedeutet aber keineswegs einen Abschied von Routern und Switches oder Netzwerkkabeln. Allgemein geht es darum, durch die Einführung einer allen Netzwerkgeräten gemeinsamen zusätzlichen Software-Kontrollebene sowie (möglichst) standardisierter gemeinsamer Programmierschnittstellen (APIs) das Management der Endgeräte und die Einführung neuer Applikationen zu automatisieren und manuelle Eingaben über Befehlszeilen-Interfaces (CLIs) zu reduzieren.
Das Gebiet SDN ist noch jung und die Zahl der Unternehmen und Organisationen, die mit SDN arbeiten, gering. Das Interesse bei Kunden ist aber gross, und so sieht sich gegenwärtig beinahe jeder Hersteller von Netzwerkgeräten genötigt, eine SDN-Strategie zu fomulieren. Dabei gibt es, wie bei einer neuen IT-Technologie üblich, verschiedene Herangehensweisen. Diese scheinen sich vor allen darin zu unterscheiden, wo die Hersteller die gemeinsame Kontrollebene ansiedeln möchten. Die einen tendieren wie HP oder IBM dazu, neue zentralisierte Controller einzuführen, welche das Management und die Programmierung der Switches und Router übernehmen. Diese Controller können Appliances, physische oder virtuelle Server sein. Andere wie beispielsweise Cisco bevorzugen es, die Kontrollebene auf den Netzwerkgeräte selbst zu betreiben und so möglichst viel Intelligenz dort zu belassen. (Hans Jörg Maron)

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