HP drängt ins Spiele-PC-Business – Am Channel vorbei

29. September 2006, 08:54
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HP kauft sich Voodoo Computers.

HP kauft sich Voodoo Computers.
High-end-PCs für Gamer sind ein lukrativer Markt, der auch die Begehrlichkeiten der Riesen im PC-Geschäft weckt. Dell hat sich durch die Übernahme von Alienware sowie die Lancierung eigener Luxus-PCs für Gamer bereits stark auf diesem Markt etabliert. Nun versucht sch auch HP durch die Übernahme des kanadischen Herstellers Voodoo Computers ein grosses Stück dieses Nischenmarkts abzuschneiden.
Der Grund ist einfach: Gamer sind bereit, für besonders leistungsfähige und speziell designte PCs viel Geld auszugeben. Deshalb winken in diesem Markt wesentlich höhere Produktemargen als im Massenmarkt für PCs. Voodoo kann nach Schätzungen von Analysten seine PCs für durchschnittlich 5000 Dollar pro Stück verkaufen, während durchschnittliche Consumer-PC heute etwa 800 Dollar kosten. Und dabei dürfte nicht nur die absolute sondern auch die prozentuale Marge von Voodoo, Alienware und Co. wesentlich höher sein, als bei Herstellern von PCs für den Massenmarkt.
Der Gesamtmarkt für High-end Gamer-PCs hat gemäss Schätzungen momentan weltweit ein Volumen von rund einer Milliarde Dollar pro Jahr. Voodoos Umsatz wird auf etwa 115 Millionen Dollar geschätzt.
Voodoo stellt allerdings nicht nur PCs für Spielefreaks her. Gemäss HP sind die Kanadier Marktführer im Bereich der Workstations für Spieleentwickler sowie der Bereitsstellung von Datenzenter-Infrastrukturen für Online-Spiele.
Voodoo wird bei HP den Kern einer eigenen, auf den Gamermarkt spezialisierten Geschäftseinheit innerhalb der Personal Systems Group (PSG) bilden. Die beiden Gründer von Voodoo, Ravi Sood und Rahul Sood sollen darin wichtige Aufgaben übernehmen: Rahul Sood wird Chief Technology Officer und Ravi Sood soll die Verantwortung für die Strategie übernehmen.
Diese Strategie wird zumindest vorerst sozusagen deckungsgleich mit der bisherigen Voodoo-Strategie bleiben – und Voodoo verkauft seine Computer im Direktgeschäft. Gemäss HP werden nicht nur der Markenname sondern auch die bisherigen Vertriebsstrukturen sowie die Marketing-, Sales-, Support- und Entwicklungsabteilung von Voodoo bestehen bleiben. Interessant könnte es allerdings sein, ob HP auch ausserhalb des nordamerikanischen Raums, wo Voodoo noch nicht so bekannt und erfolgreich ist, bei der Direktvertriebsstrategie für die Voodoo-PCs bleibt. (Hans Jörg Maron)

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