HP: Düsteres 2013, glorreiches 2016?

4. Oktober 2012, 09:50
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"Multiyear" ist das Stichwort der neuen Strategie von Hewlett-Packard: Bis in vier Jahren will der IT-Konzern wieder fit sein.

"Multiyear" ist das Stichwort der neuen Strategie von Hewlett-Packard: Bis in vier Jahren will der IT-Konzern wieder fit sein.
In den vergangenen Jahren hat Hewlett-Packard mehr als einmal Kunden und Partner mit plötzlichen Strategieänderungen verunsichert. Man erinnert sich, wie der damalige CEO Leo Apotheker im Sommer 2011 ankündigte. Gestern nun hat HP anlässlich eines Analysten-Meetings in San Francisco die strategischen Prioritäten für die nächsten Jahre erläutert.
Langfristige Planung
HP spricht von einem "multiyear turnaround"; die Veränderungen sind also langfristig ausgelegt. HP will sich bis 2014 erholen, bis 2015 auf Wachstumskurs sein und bis 2016 wieder an der Spitze der IT-Industrie stehen. Der erste Schritt war der im Mai angekündigte Stellenabbau. HP möchte einerseits Kosten sparen und Strukturen vereinfachen, um dann mit den zusätzlichen Mitteln in zukunftsträchtige Bereiche wie Cloud Computing zu investieren.
Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 sollen die Restrukturierungen abgeschlossen werden, doch noch etwas länger wird es gehen, bis sich HP neu aufgestellt haben wird. Whitman erwartet, dass der Umsatz bis 2016 gleich stark wachsen wird wie das Bruttoinlandsprodukt. Der operative Gewinn müsse bis dahin stärker wachsen als der Umsatz. Ausserdem hat sich HP das Ziel gesetzt, bis 2016 branchenweit "vorbildliche" Margen zu erzielen.
Cloud, Konvergenz - und mehr Marge
Doch nun steht erstmal das Geschäftsjahr 2013, das am 1. November 2012 beginnt, vor der Tür und Finanzchefin Cathie Lesjak gab einen düsteren Ausblick: In allen grossen Bereichen werde der Umsatz zurückgehen. Was Enterprise Services betrifft, erwartet HP einen Umsatzrückgang um 11 bis 13 Prozent. Grund dafür sind unter anderem vier grosse Deals, die offenbar reduziert wurden. Die operative Marge werde sich zwischen 0 und 3 Prozent bewegen. HP möchte sich im Enterprise-Geschäft künftig stärker auf höhermargige Geschäfte konzentrieren. Der Umsatz soll künftig um 3 bis 5 Prozent pro Jahr wachsen. Die operative Marge soll sich zwischen 7 und 9 Prozent einpendeln. 80 Prozent des Umsatzes des Bereichs Enterprise Services soll mit Rechenzentrumslösungen, Applikationen und Business Process Outsourcing generiert werden. 20 Prozent des Umsatzes will HP mit höhermargigen Cloud-Dienstleistungen, Security, Mobility, Software-Modernisierung, Transformation und Integration sowie mit Analytics-Lösungen erwirtschaften.
In der Enterprise Group - bestehend aus Server, Storage und Networking - geht es ebenfalls um Cloud-Lösungen. Das Portfolio soll mit der Anwendung von gängigen Architekturen und der Konvergenz der Produkte vereinfacht werden: Converged Infrastructure, Converged Cloud und Software-defined Data Centers sind die Stichworte. Langfristig will HP Umsatz und Marktanteil steigern. Schaut man nur die Cloud-Umsätze an, konnte HP diese jüngst um 39 Prozent auf knapp 4 Milliarden Dollar steigern. Bis 2015 ist im Cloud-Bereich ein Wachstum auf 8,4 Milliarden Dollar vorgesehen.
Weniger Modelle
Die neue Einheit Printing and Personal Systems (PPS) - bestehend aus dem PC- und Druckergeschäft - soll künftig näher auf die Kundenbedürfnisse eingehen, sagte Whitman. Durch die Fusion spart HP in der Lieferkette, aber auch im Verkaufsteam. Statt sechs Sales-Teams gibt es neu nur noch drei. Die Support-Organisationen wurden von zwölf auf sieben reduziert. Die Zahl der verschiedenen Modelle im Druckergeschäft soll um 30 Prozent reduziert werden. Im PC-Geschäft plant HP eine Reduktion der Plattformen um 25 Prozent bis Ende 2014.
Wenig sagte HP über die Pläne im Software-Geschäft. Man darf nicht vergessen, dass HP weltweit immerhin der sechstgrösste Softwarehersteller ist. In diesem stark wachsenden Geschäft wird HP vor allem mit der Integration der verschiedenen, hinzugekauften Lösungen beschäftigt sein. Umsatzerwartungen für den Software-Bereich wurden in der Mitteilung von HP nicht erwähnt. (mim)

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