HP-EDS-Fusion kostet 9'300 Jobs in Europa

26. September 2008, 15:30
  • international
  • hp
  • europa
  • grossbritannien
  • schweiz
image

EDS Europa trägt die Hauptlast der Restrukturierung nach der Integration in Hewlett-Packard.

EDS Europa trägt die Hauptlast der Restrukturierung nach der Integration in Hewlett-Packard.
Hewlett-Packard will in Europa in den nächsten zwei Jahren im Rahmen der globalen Restrukturierung im Zusammenhang mit der Übernahme EDS insgesamt 9'300 Jobs abbauen. Dies erklärte das HP-Management anlässlich eines Meetings mit dem europäischen Betriebsrat in London.
In einem gemeinsamen Communiqué kritisierten die europäische Angestelltengewerkschaft UNI-Europa und die europäische Metallarbeiterunion den Entscheid harsch. HP wolle die Jobs aus Europa auslagern, was keine Langzeit-Perspektive für die Firma und ihre Angestellten eröffne. Die geplanten Entlassungen seien Ausdruck einer kurzsichtigen Strategie der Kostensenkungen, die die Firma ihres wertvollsten Besitzes, der qualifizierten Arbeitskräfte, berauben werde. Sie verlangen Sozialpläne und Weiterbildungsmassnahmen für diejenigen Mitarbeitenden, die entlassen werden. Tatsächlich hat Hewlett-Packard wie andere US-Grosskonzerne bestimmte Konzernfunktionen, zum Beispiel die Buchhaltung, in Tieflohnländern wie Polen konzentriert.
Man schätzt, dass die EDS-Belegschaft 90 Prozent der Entlassungen wird tragen müssen. EDS beschäftigt heute in Europa total 36'000 Mitarbeitende, wovon fast die Hälfte in Grosssbritannien.
Wieviele Stellen in der Schweiz abgebaut werden, ist gemäss HP-Sprecher Beat Welte noch nicht klar. Konsultationen auf Länderebene werden gemäss HP im Oktober beginnen.
"Weissbluten"
HPs weltweites Restrukturierungsprogramm wird zum Abbau von total 25'000 Stellen führen und soll jährlich 1,8 Milliarden Dollar einsparen. Erst diesen Montag hat der Verwaltungsrat von HP (sich) zusätzliche acht Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe genehmigt. Diese seien nötig, um die "Verwässerung" durch die Neuausgabe von Mitarbeiteraktien zu kompensieren.
Die bevorstehenden Massenentlassungen als Folge der Übernahme von EDS durch HP werden weitherum kritisch kommentiert. So titelt die französische Ausgabe von 'Silicon' (Silicon.fr): "HP va saigner à blanc EDS en Europe". "HP wird EDS in Europa weissbluten." (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Digitaler Euro könnte 2026 kommen

Kommendes Jahr will die Europäische Zentralbank (EZB) über den digitalen Euro entscheiden. Zu reden gibt die Partnerschaft mit Amazon.

publiziert am 29.9.2022
image

Urs Truttmann wird Digitalchef der Stadt Luzern

Nachdem Truttman seit April schon interimistisch als CDO im Einsatz stand, übernimmt er die Leitung der Dienstabteilung Digital jetzt definitiv.

publiziert am 29.9.2022
image

USA gegen Russland: Wahl um ITU-Präsidium ist entschieden

Die International Telecommunications Union (ITU) der UNO wird neu von einer Amerikanerin geleitet. Doreen Bogdan-Martin setzte sich gegen einen Russen durch.

publiziert am 29.9.2022
image

Ransomware-Banden kaufen Erstzugänge extern ein

Für nur gerade 10 Dollar können sich Cyberkriminelle auf Darkweb-Flohmärkten Zugänge zu Systemen kaufen. Damit können sie dann Schlimmes anrichten.

publiziert am 29.9.2022