HP im Krebsgang

23. Februar 2012, 10:41
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Umsatz zurückgegangen, Gewinn eingebrochen. Der "Turnaround" könnte noch Jahre dauern, sagt Meg Whitman.

Umsatz zurückgegangen, Gewinn eingebrochen. Der "Turnaround" könnte noch Jahre dauern, sagt Meg Whitman.
HP befindet sich auch fünf Monate nach dem plötzlichen Ende der kurzen Ära Apotheker weiter im Rückwärtsgang. Der Umsatz des IT-Riesen fiel im ersten Quartal seines Geschäftsjahrs 2012, das am 31. Januar endete, um 7 Prozent auf 30 Milliarden Dollar. Der Reingewinn, obwohl dieses Mal kaum noch von Restrukturierungskosten belastet, brach um 44 Prozent auf 1,47 Milliarden Dollar ein.
"Das war ein hartes Quartal, und alle unsere Geschäftsbereiche hatten ihre Schwierigkeiten", erklärte die neue HP-Chefin Meg Whitman zum Geschäftsverlauf. Gleichzeitig bemühte sie sich, ähnlich wie der neue Trainer einer serbelnden Fussballmanschaft, Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr zum Erfolg zu dämpfen. "Wenn man sich die Wirtschaftsgeschichte und andere Unternehmen ansieht, welche die Art von Turnaround vornahmen, den wir jetzt mit HP angegangen sind, stellt man fest: Diese Dinge brauchen Zeit." Auch wenn man früher schon Verbesserungen sehen werde, könne es zwei Jahre oder sogar bis zu fünf Jahre dauern, bis der Prozess abgeschlossen sei. Zu ihrem Plan gehören kurzfristig vor allem Verbesserungen der Effizienz der bestehenden Geschäfte – dazu gehören auch weitere Sparmassnahmen - sowie längerfristig zusätzliche Investitionen in die Gebiete Cloud Computing, Security und Datenmanagement.
Die erste Hauptaufgabe, so Whitman, sei es nun, den Umsatzrückgang zu stoppen und Marktanteile zurückzugewinnen. Für 2012 prognostizierte sie aber erst eine Abflachung des Rückgangs, die Rückkehr zum Wachstum soll 2013 geschehen.
Fast alle Geschäftsbereiche betroffen
Der grösste Lichtblick für HP war im abgelaufenen Quartal das Softwarebusiness. Dessen Umsatz stieg, hauptsächlich dank der Übernahme von Autonomy, um 30 Prozent auf 946 Millionen Dollar. Der operative Gewinn der Softwareabteilung wuchs um 35 Prozent auf 162 Millionen Dollar.
Für alle anderen grossen Abteilungen gab es dagegen teils herbe Rückschläge. Der Umsatz der Personal Systems Group sank um 15 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar, ihr operativer Gewinn um 34 Prozent auf 464 Millionen Dollar. Die Printerabteilung verzeichnete einen Umsatzrückgang um 7 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar und einen Gewinnrückgang um 32 Prozent auf 761 Millionen Dollar, die Abteilung Enterprise Servers, Storage and Networking einen Umsatzrückgang um zehn Prozent auf 5 Milliarden Dollar und einen Gewinnrückgang um 32 Prozent auf 562 Millionen Dollar. Die Serviceabteilung konnte den Umsatz zwar ganz leicht auf 8,6 Milliarden Dollar steigern, auch ihr Gewinn sank aber um mehr als ein Drittel auf 905 Millionen Dollar. (hjm)

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