HP-Mercury: Ein "schwarzer Tag für Software-Testing"?

28. Juli 2006 um 11:46
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Experten stellen Zukunft von Mercurys Test-Software nach der Übernahme durch HP in Frage.

Experten stellen Zukunft von Mercurys Test-Software nach der Übernahme durch HP in Frage.
Mercury Interactive, der US Softwarehersteller der für fantastische 4,5 Milliarden Dollar von Hewlett-Packard übernommen werden soll, positioniert sich als Spezialist für "BTO" - Business Technology Optimization. Gemeint ist Software, die grosse Applikationslandschaften überwachen und optimieren kann. Die Übernahme wird weitherum als wichtige Stärkung von HPs Softwaregeschäft eingeschätzt. Doch über 60 Prozent des Umsatzes erzielt Mercury mit Produkten für den Test von neu entwickelter Software, schreibt Ovum-Analyst Paul Herzlich, in einem kurzen, aber interessanten Papier, das uns vorliegt.
HP sei an Mercurys Produkten für Application Management interessiert und werde für einige Zeit nun damit beschäftigt sein, diese mit OpenView zu verschmelzen, so Herzlich. Er sieht es als gegeben an, dass man bei HP weder viel von den Werkzeugen für automatisierte Software-Tests verstehe, noch dass man einen grossen Fokus auf diese legen werde. Herzlich: "Mit der Übernahme von Mercury durch HP wird der Nutzen einer auf Test-Tools fokussierten Firma mit Sicherheit verloren gehen," so der Analyst.
In der Schweiz weit verbreitet
Ralf Woldt vom Mercury-Konkurrenten Compuware sieht die Sache (natürlich) genau so. "Test-Software war die Cash Cow von Mercury. Doch welcher Entwickler will schon mit Tools von HP arbeiten? Die Übernahme von Rational durch IBM hatte die gleich Wirkung. Rational ist vom Markt für Test-Software praktisch verschwunden," so Woldt. Er veschweigt nicht, dass er hofft, mit Compuware mittelfristig von der Übernahme von Mercury durch HP zu profitieren.
Mercury Software ist in der Schweiz weit verbreitet und wird von einigen wichtigen Entwicklern und vor allem von den grossen IT-Abteilungen der Finanzindustrie eingesetzt. Mit dem Trend zu Offshoring, zu Software-Entwicklung in Indien beispielsweise, haben automatisierte Test-Werkzeuge an Bedeutung gewonnen. Ein äusserst lukrativer Markt, denn es geht um grosse Projekte und um entsprechend grosse Sparpotentiale bei Mercury-Kunden wie UBS, Credit-Suisse, der Bâloise-Gruppe oder Raiffeisen.
Die Frage wird sein, ob es HP gelingt, die Spezialisten von Mercury an Bord zu halten und den Kunden das Vertrauen in die Zukunft der zur Zeit neben Compuware führenden, aber auch sehr teuren Test-Software einzuflössen. (Christoph Hugenschmidt)

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