HP nimmt die "Regierungswolke" ins Visier

17. November 2010, 16:56
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HP hat in seinen Labs in Bristol unter dem Namen "G-Cloud Theatre" eine Demonstationsumgebung eröffnet, die schon heute zukünftige Möglichkeiten zur Bereitstellung von hochsicheren Cloud-Infrastrukturen anschaulich machen soll.

HP hat in seinen Labs in Bristol unter dem Namen "G-Cloud Theatre" eine Demonstationsumgebung eröffnet, die schon heute zukünftige Möglichkeiten zur Bereitstellung von hochsicheren Cloud-Infrastrukturen anschaulich machen soll.
HP hofft auf Interesse aus der Privatwirtschaft, vor allem aber aus Behördenkreisen beziehungsweise von Regierungen – "G-Cloud" steht für "Government-Cloud". Und die Wahl des Standorts in Grossbritannien dürfte ebenso wie die Namenswahl kein Zufall sein. Grossbritannien hat nämlich Anfang dieses Jahres unter dem Namen "G-Cloud" ein riesiges Projekt zur Schaffung einer "private Cloud" für alle britischen Behörden lanciert, nach dem sich wohl alle grossen Infratstrukturanbieter die Finger lecken.
Das ambitiöse Projekt, dass allerdings noch in der Konzeptphase steckt, soll unter anderem die Zahl der Rechenzentren der öffentlichen Hand in Grossbritannien radikal reduzieren, von jetzt über 8000 auf höchstens 12. In diesen G-Cloud-Rechenzentren sollen dann alle benötigten Fachanwendungen in der Art eines App-Shops - dem Government Application Store (G-AS) – betrieben und den Usern in den Behörden über das Internet zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt könnte das Projekt laut den Initiatoren die IT-Ausgaben auf der Grossen Insel ab etwa 2020 um jährlich bis zu 4 Milliarden Pfund beziehungsweise fast einen Viertel reduzieren.
Das G-Cloud Theatre basiert laut einer Mitteilung auf Technologien, die gegenwärtig bei HP entwickelt werden. Dabei werden dedizierte virtuelle Maschinen in der Cloud erzeugt, die die anderen virtuellen Maschinen überwachen und verdächtige Aktivitäten wie ungewöhnliche CPU-Beanspruchung oder plötzliche Änderungen beim Datendurchsatz erkennen sollen. Bei einer Unregelmässigkeit sollen sie automatisch auf bestimmten Regeln basierende Gegenmassnahmen treffen können. Beispielsweise das Abschalten eines Services, Einschränkungen des Zugangs oder das Klonen einer virtuellen Maschine. HP-Experte Martin Sadler vegleicht die Wirkungsweise mit dem Immunsystem des menschlichen Körpers. Ist eine Bedrohung vorüber, soll das System wieder zum Ursprungszustand zurückkehren.
Im G-Cloud Theatre wird zudem auch eine neue Art einer Überwachungsinterfaces für eine Cloud-Umgebung demonstriert, eine gemäss Sadler von einer "Panoramadarstellung" bis in dei feinsten Details frei zoombare 3D-Darstellung aller Serveraktivitäten auf einem Touchscreen. (Hans Jörg Maron)

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