HP-Schnüffelaffäre: VR-Präsidentin Dunn muss abtreten

12. September 2006, 14:23
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CEO Mark Hurd übernimmt ab Januar auch den Vorsitz im Verwaltungsrat.

CEO Mark Hurd übernimmt ab Januar auch den Vorsitz im Verwaltungsrat.
Der Stuhl der Verwaltungsratsvorsitzenden von HP, Patricia Dunn, der in den letzten Tagen in kurzer Zeit heftig ins Wackeln geriet, ist bereits gefallen – oder zumindest wurden die Beine schon einmal vorsorglich angesägt. Der Verwaltungsrat von HP hat gerade bestimmt, dass ab dem nächsten Januar der gegenwärtige CEO und President, Mark Hurd, auch "Chairman of the Board" werden soll.
Dunn wird noch bis zu einer geplanten Sitzung am 18.1. den Vorsitz führen. Auch danach soll sie den Sitz im Verwaltungsrat weiter behalten.
Ihr designierter Nachfolger äusserte in einem Kommentar allerdings eine zwar indirekte, aber doch recht scharfe Kritik an Dunn: "Ich werde sicher stellen, das in Zukunft keinesfalls mehr unangebrachte Untersuchungsmethoden bei uns angewendet werden. Solche Methoden haben bei HP keinen Platz."
Patricia Dunn hatte eine Untersuchung angeordnet, bei der Privatdetektive Verwaltungräte von HP sowie Journalisten aufs Korn nahmen, um herauszufinden, wer von den Verwaltungsräten der Presse Details über interne VR-Diskussionen weitergegeben hatte. Bei der Ermittlung wurden von den angeheuerten Detektiven auch Methoden angewendet, die zumindest im Kalifornien illegal sind.
Patricia Dunn erklärte in einer Stellungnahme zum aktuellen Entscheid des Verwaltungsrats, sie sei stolz auf ihre Verdienste für HP, bedaure aber das bei der erwähnten Ermittlung zweifelhafte Methoden zur Anwendung kamen.

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