HP sieht Verschiebungen im Channel

7. April 2020, 13:26
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Vor allem Printing-Dienstleister spüren die Auswirkungen der Krise, erklärt der Schweizer Channel-Chef von HP.

HP Schweiz hat anlässlich der aktuellen Lage zu einem virtuellen Pressegespräch geladen und einige Initiativen für Channel-Partner und Kunden vorgestellt. Im Channel sehe man eine klare Verschiebung. Während Reseller, insbesondere jene, die online gut aufgestellt seien, von einer höheren Nachfrage profitieren könnten, sei das Business von Managed-Printing-Partnern stark rückläufig.
Da viele Angestellte von Zuhause aus arbeiten, steige die Nachfrage nach entsprechenden Geräten. Das Thema Homeprinting erlebe gerade eine Renaissance, sagt Adrian Müller, Managing Director, HP Schweiz. Auch bei anderen Geräten wie Monitoren oder Dockingstations stieg – wenig überraschend – die Nachfrage. Gerade letztere seien aufgrund der Liefersituation "ein schwieriges Thema", so Müller.
Andererseits würden Managed-Printing-Partner spüren, dass es in den Unternehmen keinen Bedarf nach Printing-Dienstleistungen gebe. "Die Managed-Print-Partner haben gelitten", so Christian Rizzo, Country Manager Channel, HP Schweiz. Der Hersteller habe deshalb beschlossen, ihnen die vollen Boni bereits ab 40% Zielerreichung – und nicht 100% – auszuzahlen. Ausserdem versuche man die Partner bei den erforderlichen Reportings, etwa durch Verlängerungen von Fristen, zu entlasten.
Ebenfalls vereinfacht habe HP die Abrechnung von Marketing Development Funds (MDFs). Anstelle der normalerweise notwendigen Unterlagen und Nachweise könnten Partner ein Formular zur Selbstdeklaration nutzen.
Ein Problem sei der Cash Flow bei Kunden und Partner. Hier biete der Hersteller "HP Integrated Financial Solutions". Dabei handle es sich um spezifische Pakete für die Endkunden und Partner. Als Beispiel nennt Rizzo, dass man Geräte bei einer längeren Laufzeit die ersten drei Monate gratis mieten könne. Finanzielle Unterstützung für Channel-Partner gibt es teilweise auch von den Distributoren. Eine Liste hat inside-channels.ch Ende März zusammengetragen. 
Bei vielen anderen HP-Partnern und Händlern würde das Geschäft normal laufen, so Rizzo. Auch wenn zum Teil Projekte nach hinten verschoben würden. Einzelne Reseller hätten auch von der gestiegenen Nachfrage und kurzfristigen Anfragen profitieren können. Als Beispiele nennen die HP-Manager Computing und das Thema Mobilität aufgrund der vermehrten Arbeit im Homeoffice.
Insgesamt wandere viel Geschäft von Retail in den Online-Handel, wovon wohl vor allem die grossen Anbieter profitieren würden.

Entspannung beim Nachschub-Problem in Sicht

Durch die Produktionsstopps in China sei die Lieferkette in Mitleidenschaft gezogen worden. Aber mittlerweile laufe in China die Produktion wieder und Müller hofft, dass sich die Situation in zwei bis drei Wochen wieder beruhigen werde – sofern nichts dazwischen kommt.
Bezüglich der Liefersituation und dem Back-Log-Management sei man in engem Kontakt mit den Distributoren in der Schweiz, Also und Tech Data, fügt Rizzo an. Es werde täglich diskutiert und Bestellungen würden priorisiert, beispielsweise jene aus der Gesundheitsbranche. Es habe sich auch gezeigt, dass Kunden teilweise statt auf Business-Geräte auf Consumer-Geräte umsteigen. 

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