HP spart eine Milliarde Dollar in der eigenen IT

2. Dezember 2008, 12:24
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HP hat ein dreijähriges IT-Transformationsprojekt abgeschlossen. Der IT-Riese kann dadurch nach eigenen Angaben den Anteil der IT-Kosten am Umsatz halbieren.

HP hat ein dreijähriges IT-Transformationsprojekt abgeschlossen. Der IT-Riese kann dadurch nach eigenen Angaben den Anteil der IT-Kosten am Umsatz halbieren.
IT-Anbieter argumentieren gegenüber ihren Kunden immer wieder, dass diese Geld in die Anschaffung moderner IT-Infrastrukturen stecken sollten, um damit letztlich Geld zu sparen, das dann für strategisch wichtigere Initiativen verwendet werden kann.
HP glaubt nun, dies anhand seines eigenen, in den letzten drei Jahren durchgezogenen IT-Transformationsprojekts deutlich demonstrieren zu können. Gemäss HP werden die IT-Kosten im nächsten Jahr um mehr als eine Milliarde Dollar tiefer liegen als 2005, als das Projekt gestartet wurde. Der Anteil der IT-Kosten am Umsatz soll sich dadurch von rund vier auf rund zwei Prozent halbieren (IT-Kosten und Umsatz von EDS nicht mitgerechnet).
Das Transformationsprojekt ist stark verknüpft mit der Person des CIOs Randy Mott, der im Juli 2005 zu HP stiess. "Die IT-Transformation bei HP war nicht nur eine technologische Initiative in der IT-Abteilung", so Mott, "sondern eine Business-Strategie die unternehmensweit adaptiert wurde."
Weniger RZs, weniger Server und Applikationen, nur noch ein Data-Warehouse
Im Rahmen der Umstellung wurde vor allem ein grosser Teil der IT-Infrastruktur vereinfacht und konsolidiert. So wurde die Zahl der Rechenzentren von vorher 85 auf nunmehr noch sechs Grossrechenzentren mit einem hohen Standardisierungs- und Automatisierungsgrad reduziert. Diese bieten, so HP, gegenwärtig knapp 32‘000 Quadratmeter Stellfläche, die bei Bedarf auf rund das Doppelte ausgebaut werden könnte. Die Anzahl der Server konnte gemäss HP um rund 40 Prozent und ihr Energieverbrauch um rund 60 Prozent reduziert werden, trotz einer Erhöhung ihrer Gesamtleistung um rund 250 Prozent. Die Netzwerkkosten sanken um rund die Hälfte.
Durchforstet wurde auch die Applikations- und Datenbanklandschaft. Statt mehr als 6000 Applikationen verwendet HP nun noch etwa 1500 Applikationen. Zu den kernprojekten der IT-Umstellung gehörte zudem der Aufbau eines einzigen, unternehmensweiten Data-Warehouse, das die vorher über 700 einzelnen Datensilos ersetzt. Das neue Data-Warehouse, auf der Basis der HP-eigenen „Neoview“-Plattform gebaut, ist gemäss HP mit rund 32‘000 Usern eines der grössten weltweit.
ROI?
"Um die Transformation zu einem Erfolg zu machen, mussten wir Geld investieren, um Geld zu sparen", kommentiert CEO Mark Hurd. Leider macht HP allerdings keine Angaben darüber, wie viel die Transformation genau gekostet hat. Die nun eingesparten Betriebskosten sollen nun aber für mehr Flexibilität in der IT sorgen. "Durch die tieferen IT-Kosten sind wir in der Lage, Geld in neue Go-to-Market-Initiativen zu reinvestieren", so Hurd. Gemäss HP kann nun rund 80 Prozent des IT-Personals seine Zeit vor allem für Innovationen und business-strategische IT-Initiativen verwenden. (Hans Jörg Maron)

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