HP streicht 9000 Stellen und steckt 1 Milliarde Dollar in Restrukturierung

1. Juni 2010, 13:12
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Vor allem RZ-Leute betroffen: Rechenzentren werden stärker automatisiert.

Vor allem RZ-Leute betroffen: Rechenzentren werden stärker automatisiert.
Der weltgrösste PC-Bauer HP setzt erneut den Rotstift an und will künftig noch profitabler als bisher arbeiten. Von den derzeit 300‘000 Mitarbeitern werden in den nächsten Jahren zirka 9000 Angestellte das Unternehmen verlassen müssen. Immerhin stellt HP gleichzeitig neue Leute ein: Im Verkauf und in der Produktentwicklung sollen 6000 neue Mitarbeitern hinzukommen. Auslöser ist ein Restrukturierungsprogramm, dass auf den Erfahrungen mit der Integration von EDS in den Konzern basiert und run eine Milliarde Dollar kosten wird.
HP steht derzeit glänzend da und hat zuletzt mehrfach die Ergebnisse für das Gesamtgeschäftsjahr 2010 angehoben. Im zweiten Quartal übertraf HP die Analystenerwartungen beim Umsatz und der Gewinn stieg um rund 30 Prozent.
Der Milliarden-Betrag für den Umbau soll laut HP in den Bereich Enterprise Services investiert werden. Es geht insbesondere darum, das aus der EDS-Transformation gewonnene Know-how für den Betrieb von automatischen und standardisierten Rechenzentren, die auf einer konvergenten Infrastruktur laufen, konzernweit einzusetzen. HP will in derartig konsolidierte Lösungen investieren, um am Ende jährliche Einsparungen von bis zu 700 Millionen Dollar generieren zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen im Verlauf der Umstrukturierung insgesamt rund 9000 Mitarbeiter oder drei Prozent der aktuellen Belegschaft das Unternehmen verlassen.
In den vergangenen 20 Monaten habe man sich auf die Integration von EDS konzentriert und deren Rentabilität verbessert, erklärte Tom Iannotti, Senior Vice President und General Manager von HP Enterprise Services, die Hintergründe. Das sei jetzt weitgehend abgeschlossen, so dass inzwischen aus den dabei gemachten Erfahrungen konkrete Möglichkeiten zur Automatisierungs- und Produktivitätssteigerung abgeleitet worden sind. Als erstes werden man kombinierte Technologien und Dienstleistungen als konsolidierte Enterprise Services zur Verfügung stellen. Konkret sollen kommerzielle Rechenzentren, Management-Plattformen, Netzwerke, Geräte und Anwendungen in Zukunft über eine neu kreierte skalierbare und automatisierte IT-Infrastruktur zur Verfügung stehen.
Wenn die geplante Milliarden-Restrukturierung dereinst abgeschlossen ist, will HP-intern eine Automatisierungs- und Produktivitätssteigerung erreicht haben, die den Wegfall der Jobs rechtfertigt, glaubt man bei HP. (vri)

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