HP-Totalumbau: Apotheker warnt vor schlechten Zahlen

19. August 2011, 07:37
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HP leidet unter der weltweit schlechten Konsumentenstimmung. Leichter Umsatzrückgang. Einzig das Netzwerkbusiness ist ein Lichtblick.

HP leidet unter der weltweit schlechten Konsumentenstimmung. Leichter Umsatzrückgang. Einzig das Netzwerkbusiness ist ein Lichtblick.
Hewlett-Packard hat gestern Abend nicht nur den (möglichen) Ausstieg aus dem PC-Geschäft und die Übernahme des britischen Software-Herstellers Autonomy angekündigt, sondern auch noch Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsquartal veröffentlicht. Und die sind nicht berauschend.
Der Umsatz des Computer-Giganten konnte nur dank Währungsgewinnen gehalten werden. HP setzte zwischen Mai und Juli 31 Milliarden Dollar um und verdiente unter dem Strich knapp zwei Milliarden Dollar. Noch trägt HPs PC-Business am meisten zum Umsatz bei, lieferte aber keineswegs am meisten Gewinn.
Das Service-Geschäft von HP, in dem vor allem die ehemalige EDS steckt, generierte fast gleich viel Umsatz wie das PC-Business, produzierte aber mit 1,2 Milliarden mehr als doppelt so viel operativen Gewinn. Trotz hohen Investitionen in der Vergangenheit ist HPs Softwarebusiness noch vergleichsweise winzig. HP verkaufte im letzten Quartal Software für 780 Millionen Dollar und verdiente damit 151 Millionen.
Ein kleiner Lichtblick angesichts der die Börse enttäuschenden Zahlen ist HPs Netzwerkgeschäft. HP konnte den Umsatz in diesem Business um 15 Prozent (auf 659 Millionen Dollar) steigern.
Gewinnerwartungen reduziert
Dass der weltweit grösste PC-Hersteller unter der schwachen Konsumentennachfrage und der massiven Konkurrenz durch Apple leiden würde, war zu erwarten gewesen. Dass HP-Boss Léo Apotheker und seine Finanzchefin Catherine Lesjak aber die Gewinnerwartungen für das ganze Geschäfts herunterschrauben musste, schockierte die Börse trotzdem.
Lesjak sagte an der Telefonkonferenz, ihre Prognosen seien die härtesten, die sie je als Finanzchefin abgeben musste. Statt 129 Milliarden Dollar soll der Umsatz im Geschäftsjahr 2010 / 2011 noch 127 Milliarden betragen und der Gewinn pro Aktie soll zwischen 3,59 und 3,70 Dollar statt 4,27 Dollar betragen.
Nach unten korrigierte Gewinnprognosen hat die Börse gar nicht gerne: Der Aktienkurs von HP sank nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen. (hc)

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