HP: Übernahme durch Xerox könnte Partnern schaden

25. Februar 2020, 10:29
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HP verhandelt und streitet gleichzeitig mit Xerox.

HP hat im letzten Geschäftsquartal weniger verdient als im vergangenen Jahr, und auch der Umsatz ist leicht geschrumpft. In den drei Monaten bis Ende Januar sank der Gewinn im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 678 Millionen Dollar, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz ging um knapp ein Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar zurück.
Anlässlich der Bekanntgabe der Quartalszahlen waren allerdings weniger die Zahlen als der Übernahmeversuch von Xerox ein Thema.  Einerseits erklärte das Management, dass man Gespräche mit Xerox führen wolle, um eine mögliche Kombination der Unternehmen im Sinne der Aktionäre auszuloten.
Eines ist aber weiterhin klar: Zu den von Xerox vorgeschlagenen Bedingungen möchte der HP-Verwaltungsrat das Unternehmen weiterhin nicht hergeben, und er wehrt sich heftig gegen den Deal. Die aktuellen Zahlen, so HP-Verantwortliche, würden ein weiteres Mal illustrieren, dass das Angebot deutlich zu niedrig sei.

Lores: Xerox kennt den Channel nicht

In einem Gespräch mit 'CRN' brachte der HP-CEO Enrique Lores einen weiteren Aspekt ins Spiel, der seiner Meinung nach gegen den Deal spricht. Eine Übernahme durch Xerox, so sagte er, hätte sehr wahrscheinlich negative Auswirkungen auf Partner. Xerox pflege einen ganz anderen Umgang mit dem Channel, so Lores. Xerox mache den grössten Teil seines Umsatzes durch Direktgeschäfte, nicht nur im Grosskunden- sondern auch im KMU-Markt.
Dass HP im Gegensatz dazu den grössten Teil seines Umsatzes über den Channel mache, sei die grundlegende Basis des Go-to-Market-Modells seines Unternehmens.

Signale an Aktionäre

Die HP-Partner können allerdings nicht viel tun, um eine Übernahme zu verhindern. Darum ist die Aussage von Lores vor allem als Signal an die Aktionäre zu verstehen: Wenn Xerox nach einer Übernahme den Channel vernachlässigen würde, würde dies das Wachstum, welches man sich durch das Zusammengehen verspricht, verunmöglichen. 
Um Aktionäre davon abzuhalten, das Xerox-Angebot anzunehmen, plant der Veraltungsrat zudem eine Intensivierung des Aktienrückkaufprogramms, das den Aktienkurs stützen soll. Bis 2022 sollen dafür 16 Milliarden Dollar ausgegeben werden, die Hälfte davon in den ersten 12 Monaten nach dem Start. Dieser soll nach dem Jahresversammlung von HP erfolgen, deren Datum allerdings noch nicht bekannt ist.

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