HP zahlt viel Geld für alte EDS-Sünden

8. März 2010, 10:37
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EDS hatte im letzten Jahrzehnt in Grossbritannien eine ganze Reihe von Pleiten und Pannen bei Softwareprojekten und im Outsourcinggeschäft produziert, und musste dafür auch schon einige hundert Millionen Franken an Schadensersatz zahlen.

EDS hatte im letzten Jahrzehnt in Grossbritannien eine ganze Reihe von Pleiten und Pannen bei Softwareprojekten und im Outsourcinggeschäft produziert, und musste dafür auch schon einige hundert Millionen Franken an Schadensersatz zahlen. Eine dieser alten Geschichten dürfte nun auch den neuen EDS-Besitzer HP deutlich über 300 Millionen Franken kosten.
Dabei geht es um ein CRM-Projekt, das EDS im Jahr 2000 vom Mediengiganten BskyB gewonnen hatte. Das Projekt wurde im März 2002 abgebrochen, BskyB lancierte 2004 eine Klage gegen EDS. BskyB warf dem Dienstleister darin neben Vertragsbruch hauptsächlich vor, bei der Offerte teilweise wissentlich falsche Angaben zur Machbarkeit und voraussichtlichen Dauer des Projekts gemacht zu haben, um den Auftrag zu ergattern.
2007 legten die BskyB-Anwälte eine konkrete Forderung von 709 Millionen Pfund vor. Der britische High Court, zum dem der Fall inzwischen gelangt ist, hatte im Januar dieses Jahres zwar den grösseren Teil der Klagepunkte verworfen, aufgrund der restlichen Punkte aber trotzdem eine hohe Schadensersatzsumme ausgesprochen: HP musste im Januar in einer ersten Tranche 200 Millionen Pfund zahlen und wurde nun letzte Woche zur Zahlung einer weiteren Tranche von 70 Millionen Pfund verknurrt. (Aufgrund des Urteils hat HP gerade nachträglich den für das letzte Quartal verbuchten Gewinn um 73 Millionen Dollar nach unten korrigiert.)
Eine Besonderheit des Falles ist es, dass der vom Gericht zugesprochene Schadensersatz den ursprünglichen Wert des Projekts bei weitem übersteigt: Der Auftragswert für EDS belief sich damals auf gerade mal 48 Millionen Pfund. Allein die auf Seiten von BskyB seither angefallenen Anwaltskosten, die der Kläger noch gesondert zurückfordert, übersteigen mittlerweile den ursprünglichen Auftragswert.
HP gibt sich allerdings noch nicht geschlagen und will versuchen, den Fall noch vor das höchste britische Berufungsgericht in Zivilangelegenheiten, den Court of Appeal, zu bringen. (hjm)

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