HPE baut Prototyp von "The Machine"

30. November 2016, 15:02
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HP Enterprise hat am Montag an einem Event in London erklärt, dass man einen ersten, einsatzfähigen Prototypen von "The Machine" gebaut habe, wie aus verschiedenen Presseberichten hervorgeht.

HP Enterprise hat am Montag an einem Event in London erklärt, dass man einen ersten, einsatzfähigen Prototypen von "The Machine" gebaut habe, wie aus verschiedenen Presseberichten hervorgeht. Gezeigt wurde das Gerät allerdings nicht, die HPE-Vertreter stellten es nur in Worten vor.
Nach ihren Aussagen wurde für den Prototyp allerdings noch nicht die revolutionäre Technologie verwendet, die eigentlich für The Machine vorgesehen ist. Statt auf Memristoren basierenden Speichereinheiten, auf denen die versprochene sagenhafte Leistung von The Machine dereinst beruhen soll, wurden ziemlich handelsübliche DRAM-Module verwendet.
Der Prototyp basiert jedoch laut HPE immerhin auf der grundlegenden Architektur von The Machine. Damit soll er dazu geeignet sein, als Plattform für die Entwicklung von Software für das Zukunftsgerät zu dienen. Diese Architektur basiert, grob beschrieben, auf einer grossen bis sehr grossen Menge von Prozessorkernen, die parallel über optische Datenverbindungen auf eine Unmenge von Speicher zugreifen können. Bei dieser Architektur soll zudem die traditionelle Unterscheidung von flüchtigem RAM-Speicher und permanentem Massenspeicher verschwinden. Memristor-basierter Speicher sollte sowohl deutlich schneller sein als RAM-Speicher, als auch Informationen permanent speichern können, ohne dass er unter Strom stehen muss.
Mittlerweile beschreibt HPE The Machine auch nicht mehr als Produkt, das die Computerwelt bei seinem Erscheinen auf einen Schlag revolutionieren soll. Stattdessen sollen im Rahmen des Projekts entwickelte Technologien schon vorher nach und nach in traditionelle Server integriert werden und deren Leistung erhöhen. Ein Beispiel ist der X1-Chip zur Beschleunigung der optischen Datenübertragung. Verbindungen zwischen verschiedenen Servern sollen dadurch bald so schnell werden, wie heute kurze Datenverbindungen innerhalb eines Servers.
Die erstmalige Realisierung vom Memristoren, einem grundlegenden vierten Elektronikbaustein neben Widerständen, Kondensatoren und Transistoren, wurde von Hewlett-Packard bereits 2008 bekannt gegeben. Hinter dem vor zweieinhalb Jahren bekannt gegebenen Fahrplan ist HPE bereits deutlich zurück. Prototypen hätten eigentlich schon letztes Jahr gebaut werden sollen, marktfähige Produkte wurden für 2018 angekündigt. Mittlerweile sind HPE-Vertretern keine Aussagen mehr dazu zu entlocken, wann Prototypen mit Memristor-Speichereinheiten gebaut werden könnten, geschweige denn, wann das revolutionäre Gerät marktfähig sein könnte. (hjm)

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