HPs ehrgeizige Ziele im "Mission Critical Computing"

28. April 2010, 14:18
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Hewlett-Packard Schweiz will den Marktanteil im Business mit geschäftskritischen Computersystemen in der Schweiz glatt verdoppeln.

Hewlett-Packard Schweiz will den Marktanteil im Business mit geschäftskritischen Computersystemen in der Schweiz glatt verdoppeln.
Hewlett Packard hat gestern mit der weltweiten Ankündigung einer neuen Plattform mit sogenannt "konvergierter Infrastrukturarchitektur" seinen technologischen Führungsanspruch im Bereich des "Mission Critical Computing" manifestiert. Mit der Akquisition der Netzwerkfirma 3Com hat sich der weltgrösste IT-Hersteller nach eigenem Bekunden auf die Pole Position im Rennen um Marktanteile in der anspruchsvollsten Sparte der Informationstechnologie vorgearbeitet. Denn nach der 3Com-Übernahme sieht sich HP nun auch in einer Spitzenposition in der dritten Säule der Technologie für Rechenzentren, dem Networking. Nachdem HP schon zuvor die Marktführung im Bereich der Server- und Storage-Technologie errungen hat, kann der Hersteller nun alle drei Bereiche des "Mission Critical Computing" mit Produkten aus dem eigenen Haus abdecken. Bisher musste sich HP in diesem Bereich auf den Netzwerk-Marktführer Cisco als Partnerunternehmen stützen, zu dem man nun in direkter Konkurrenz steht.
HP hat sich in der Sparte des Mission Critical Computing sehr ehrgeizige Ziele gesetzt, und zwar auch im schweizerischen Markt. Nach der Aussage von Robert Wigger, dem Leiter des Enterprise Server-, Storage- und Networking-Bereichs in der Schweiz, ist die gestern angekündigte Plattform mit konvergierter Infrastruktur die wohl wichtigste Waffe von HP in dieser Sparte des technologischen Wettbewerbs. Unter dem Begriff " konvergierte Infrastrukturarchitektur" versteht HP eine Plattform, die von den X86-Prozessoren der Blade-Server über die Precision Architecture ihrer RISC-Systeme bis zu den Epic-Prozessoren der Itanium-Baureihe des Superdome reicht, dem HP-Mainframesystem, das in Zukunft mit den Nachfolgeprozessoren Poulson und Kittson von Intel ausgebaut werden soll.
Mehr Marktanteil dank technologischer Wundertüte
Die Plattform der konvergierten Infrastruktur umfasst damit das gesamte technologische Computing-Spektrum. Wigger bezifferte den bisherigen HP-Marktanteil im "Mission Critical Computing" der Schweiz auf etwa 18 Prozent. Bis zum Ende des kommenden Jahres soll dieser Marktanteil auf mehr als 30 Prozent steigen, also etwa verdoppelt werden.
Wigger hält diese ambitiöse Steigerungsrate für durchaus realistisch, denn HP präsentierte bei ihrer Ankündigung die neue, sehr flexibel konfigurierbare Plattform der integrierten Serversysteme mit konvergierter Infrastukturarchitektur als veritable technologische Wundertüte. Die Zauberworte dafür heissen Standardisierung der Komponenten und einfaches Management. So können beispielsweise die Netzteile der einzelnen Prozessorsparten im laufenden Betrieb untereinander ausgetauscht werden, oder die Ventilatoren und die Storage-Subsysteme. Eine eindrucksvolle Demonstration belegte bei der Ankündigung, dass die in 14-Zoll Racks untergebrachten Komponenten ohne Werkzeuge zugänglich und weitgehend austauschbar sind. Ihr überlegenes Engineering führt nach HP zu einer beträchtlichen Verbilligung der Hardware, die gegenüber der Konkurrenz 30 Prozent und mehr ausmachen soll.
HP will von Sun erben
Der Bereich der X-86 Prozessoren des "Mission Critical Computing" im rund 90 Mio. Franken ausmachenden Schweizer Markt wird schon heute von HP mit ihren Bladesystemen dominiert, gefolgt von IBM und Dell. Im Bereich der RISC-, CISC- und EPIC-Prozessoren nimmt noch immer IBM mit seinen Power-Prozessoren die Spitzenstellung ein, dahinter folgte bisher Sun mit SPARC-Prozessoren und erst dann Hewlett-Packard. Nachdem Sun von Oracle geschluckt wurde, dürfte dieser Hardware-Konkurrent aus dem Markt verschwinden, und HP rechnet offenkundig damit, zumindest einen Teil von dessen Marktanteil erben zu können. In der Schweiz ist infolge der Wirtschaftskrise dieser Bereich des Marktvolumens von über 90 auf knapp 60 Millionen Franken eingebrochen (siehe Grafik). In diesem Licht betrachtet, erscheint die von HP angepeilte Verdoppelung seines Marktanteils innerhalb eines Jahres nicht mehr utopisch. (Gregor Henger, Frankfurt)
(Grafik: Die Marktanteile im Markt für "Mission Critical" Serversysteme in der Schweiz. Quelle: Hewlett-Packard Schweiz.)

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