HPs neue Druckerstrategie

1. September 2005, 13:41
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Effizienz mit sechs Patronen.

Effizienz mit sechs Patronen.
An einer Medienkonferenz präsentierte Hewlett-Packard heute seine neueste Tintendrucktechnologie: Die neue Druckergeneration repräsentiere einen "Meilenstein in der Entwicklung".
Laser
Als Erstes wollten aber die Mitglieder der Imaging and Printing Group (IPG) ein Missverständnis aufklären. In der Presse hiess es, HP wolle aus dem Geschäft mit Hochleistungs-Multifunktionsdruckern aussteigen. Tatsächlich ist es so, dass HP sich lediglich von den Geräten verabschiedet, die auf Kopierern (der Marke Konica Minolta) basieren (z.B. LaserJet 9055, 9065 und 9085). Die neuen Hochleistungs-Multifunktionsdrucker basieren auf HPs eigene Laser-Technologie.
Die zweijährige Partnerschaft mit Konica Minolta wurde also in dem Bereich aufgelöst, um der eigenen Entwicklung Platz zu machen. Multifunktionsgeräte (MFP – multi function printer) zu verkaufen, sei für HP nach wie vor ein strategisches Ziel, hiess es. Der Support für die kopiererbasierenden Geräte soll noch fünf Jahre gewährleistet sein.
Tinte
Bei den Tintenstrahldruckern bewegt sich HP in die entgegengesetzte Richtung von Lexmark. Während Lexmark kürzlich eine Patrone lanciert hat, die aus den drei Grundfarben auch ein Schwarz mischen kann (und demzufolge die schwarze Patrone überflüssig macht), fokussiert HP mit der Vivera-Technologie auf sechs Patronen für einen Drucker (z.B. Photosmart 8250, 3210, 3310).
Wie HPs wandelndes Lexikon, Urs Humm, gegenüber inside-it.ch erklärte, sei dies viel effizienter als die Variante von Lexmark. Ausserdem sei es auch ökologischer. Das Schwarz, das aus dem Farbengemisch bei der Lexmark-Patrone produziert werde, ähnele zudem eher einem dunklen grau. Seit zwei Generationen (Anfang 2004) könne man auch mit farbigen Patronen von HP schwarz drucken, dies sei aber aus oben genannten Gründen nicht empfehlenswert.
Mit sechs statischen und individuellen Tintenpatronen (Schwarz, Gelb, Magenta, Hellmagenta, Blau, Hellblau) und einem einzigen, beweglichen Druckkopf spare man Patronen, weil die nicht verbrauchte Tinte zurück in die Patrone geführt werde. In diese Technologie (Individual Ink) hat HP 575 Millionen Euro investiert – da muss man wohl überzeugt sein. Studien hätten ergeben, dass Canon- und Epson-Drucker zwei Mal soviel Tinte wie HP brauchen, um die gleiche Anzahl Seiten zu drucken.
Tintenpatronen sind für HP die wahre technologische (und finanzielle) Errungenschaft. Es ist kein Geheimnis, dass das Unternehmen mit Verbrauchsmaterial mehr Gewinn als mit Geräten generiert. Auch bei der Wiederverwertung kennt HP eine Strategie. Alte Patronen werden an die Autoindustrie (Stossdämpfer) weitergegeben oder werden für die Produktion von Scannern benötigt.
HP wird aber vorerst auch Drucker im Sortiment haben, die eine farbige und eine schwarz Patrone benötigen (z.B. DeskJet 5940) oder drei farbige und eine schwarze (OfficeJet Pro K550). Alle genannten Geräte funktionieren mit Vivera-Technologie.
HP Schweiz
Was die Umsatzzahlen der Schweizer Niederlassung von HP angeht, liessen sich die Verantwortlichen nicht zu tief in die Karten schauen. Es war lediglich zu erfahren, dass die Imaging and Printing Group (IPG) im vergangenen dritten Quartal 100,5 Millionen Franken umsetzte. Das entspricht einem bereinigten Wachstum von 2,2 Prozent. In Dollar ergibt sich ein Wachstum von 6,3 Prozent. Umsatzzahlen der anderen Gruppen wurden nicht genannt, ebenso wenig, wie viel Gewinn erzielt wurde.
Es ist wohl anzunehmen, dass auch die Drucker-Sparte in der Schweiz eine erhebliche Marge erwirtschaftet. Global erzielte HP im vergangenen Quartal eine satte Marge von 13 Prozent. Im laufenden Quartal soll die Drucker-Sparte in der Schweiz 113 Millionen Franken umsetzen – man sei auf gutem Weg. Der Gesamtumsatz (alle Sparten) von HP Schweiz für das laufende Geschäftsjahr soll am Ende (31. Oktober 2005) 1,5 Milliarden Franken betragen. (Maurizio Minetti)

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