HPs Waffen für die Enterprise-Computing-Schlacht

11. Mai 2010, 08:24
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Verdrängungswettbewerb im Enterprise Computing: HP wil bis Ende 2011 seinen Marktanteil stark erhöhen.

Verdrängungswettbewerb im Enterprise Computing: HP wil bis Ende 2011 seinen Marktanteil stark erhöhen.
Mission Critical Computing, der Hochleistungsbereich der Unternehmens-IT, wird gegenwärtig von drei Herstellern dominiert: An der Spitze IBM mit seinen Mainframes, dahinter Sun-Oracle und erst an dritter Stelle HP mit Integrity- und ProLiant-Blade-Servern. HP hat aber vor, bis Ende 2011 seinen Marktanteil von bisher 18 Prozent auf über 30 Prozent zu steigern.
Mehr Leistung für weniger Geld
Der angepeilte Marktanteil ist heute nur durch eine Verdrängungsstrategie zu erreichen, und diese will HP vor allem auf Kosten von IBM realisieren. HP will ein Argument nutzen, das seit Jahren den Wettbewerb in der ICT-Industrie charakterisiert: Den Kostendruck. Es geht darum, mit weniger Geld mehr zu leisten.
HP setzt zur Nutzung von ökonomischen Skaleneffekten neben anderen Massnahmen auf eine rigorose Standardisierung seiner Server- und Storagekomponenten. Die neuen HP-Flagschiffrechner "Superdome 2" basieren auf der Blade-Scale Architektur dieses Herstellers. Sie nutzen dieselben Lüfter und Netzteile wie die Rackserver der HP-Integrity-Serie. Diese sind mit Nachfolgern der Itanium-Prozessoren bestückt, die HP ursprünglich in den späten 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gemeinsam mit Intel entwickelte.
Nach Aussage von Martin Fink, dem Senior Vice President und General Manager Business Critical Systems von HP anlässlich der Vorstellung der Superdome 2-Rechner in Frankfurt, will der Hersteller noch bis zum Ende des eben angebrochenen Jahrzehnts seine Systeme der höchsten Leistungsklasse mit Entwicklungen diese Prozessorfamilie ausrüsten. Fink liess es sich nicht nehmen, eigenhändig und eindrucksvoll die Austauschbarkeit von Systemkomponenten der neuen Plattform im Betrieb und ohne Werkzeuge zu demonstrieren.
Ein weiteres Argument, mit dem HP seinen Führungsanspruch in der Sparte der geschäftlichen Hochleistungsrechner untermauern will, ist die "Insight Dynamics" genannte Managementsoftware. Ihr liegt ein mehrstufiges Konzept zugrunde. Dessen unterste Schicht besteht aus einer besonderen Verwaltungslogik auf den Hauptplatinen der Rechner, die den Zugriff auf die wichtigsten Baugruppen der Serversysteme ermöglicht – CPU, Arbeitsspeicher, Lüfter, Stromversorgung und Netzwerk-Controller. Diese Schicht bezeichnet HP mit dem Begriff "Integrated Lights Out" (ILO), womit angedeutet werden soll, dass die Beleuchtung im Rechenzentrum ausgeschaltet werden kann, weil die gesamte Verwaltung aus der Ferne erfolgt.
Der Zugriff auf die ILO-Funktionen zur Integration der gelieferten Statuswerte kann über das Internet durch einen Web Browser oder über die Software-Module des "System Insight Manager" (SIM) erfolgen, beispielsweise für die Regelung des Stromverbrauchs oder die Installation von System- und Anwendungssoftware. Ferner sind Tools für das Ausrollen von Servern sowie zu deren Migration und Virtualisierung verfügbar. All diese Tools werden im übergeordneten Rahmen des "Virtual Server Environment" (VSE) zusammengefasst, mit ähnlich aufgebauten Varianten für die X86-ProLiant-Systeme und die Integrity-Baureihe, die sich vor allem durch ihre SIM-Bausteine unterscheiden.
Alles aus einer Hand
Ein weiteres Argument von HP im Bereich des Mission Critical Computing gründet sich auf seine letzte grosse Akquisition, jene des Netzwerk-Unternehmens 3Com. Denn nun kann HP sowohl den Bereich der Server, der Storagesysteme als auch der Netzwerke mit Produkten aus dem eigenen Haus abdecken.
Um seine Reichweite im Markt noch zu vergrössern, hat HP überdies die AllianceOne angekündigt. In deren Rahmen werden Angebote von Partnerfirmen vermarktet, von Softwareanbietern und Systemintegratoren für HP Server-, Storage- und Netzwerkprodukte. Wie aggressiv HP mit seiner Marktoffensive vorgeht, lässt sich daran erkennen, dass der Hersteller bei der Vorstellung der neuen Plattform seinen Kunden Kosteneinsparungen gegenüber der Konkurrenz im Bereich von bis zu 30 Prozent in Aussicht stellte. (Gregor Henger)

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