Huawei geht mit europäischem Werk in die Transparenz-Offensive

28. Februar 2020, 12:53
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Der chinesische Hersteller will 200 Millionen Euro in eine Fabrik in Frankreich investieren. Zudem verstärkt Huawei die Aktivitäten im Bildungsbereich.

Huawei will seine erste Fabrik in Europa aufbauen. Das neue Werk in Frankreich soll 4G- und 5G-Equipment produzieren und sich vor allem auf den europäischen Markt ausrichten, teilt der chinesische Hersteller mit. Es ist die erste Huawei-Produktionsstätte dieser Art ausserhalb von China.
Der Konzern will rund 200 Millionen Euro in das hochautomatisierte Werk investieren. Ausgebaut sollen 500 Beschäftigte jedes Jahr Ausrüstung mit einem Volumen von etwa einer Milliarden Euro herstellen, so Huawei.
Das Werk wird auch über ein Demozentrum verfügen, in dem laut Huawei Produktion, Software und Testprozess vorgestellt werden. Der Schritt dürfte also durchaus als Teil einer Transparenz-Offensive verstanden werden. Zu dieser sind vermutlich auch die Investitionen in Forschungszentren in der Schweiz aber auch anderswo zu zählen.
Dazu hat Huawei nun auch Neuigkeiten verkündet: Der chinesische Hersteller will in den nächsten fünf Jahren in Zusammenarbeit mit Universitäten 2 Millionen ICT-Fachkräfte ausbilden. Kostenpunkt für die Partnerschaft mit rund 600 internationalen Universitäten: 50 Millionen US-Dollar. "Jedes Jahr werden wir 600 bis 1000 Huawei ICT-Akademien aufbauen", erklärt Hank Stokbroekx, VP im Bereich Bereich Enterprise Service bei Huawei, in einer Mitteilung.
Huawei steht seit längerem wegen Spionage-Vorwürfen unter Druck der USA. Auch Australien und Neuseeland haben Huawei vom Aufbau ihrer 5G-Netze ausgeschlossen. Erst Ende Jahr warnte die EU-Kommission vor angeblichen Gefahren durch Anbieter ausserhalb der EU. Und auch der Schweizer Ableger von Huawei sah sich nach Vorwürfen des US-Aussenministers veranlasst, die Zuverlässigkeit und Sicherheit seiner Produkte zu unterstreichen.

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