Huawei, IoT, Standards

2. November 2015, 16:24
  • innovation
  • huawei
  • iot
  • gateway
image

Braucht das IoT Standards und müssen wir in smarten Städten befürchten, von einem einzigen Anbieter abhängig zu werden? Huawei regt zur Diskussion an.

Braucht das IoT Standards und müssen wir in smarten Städten befürchten, von einem einzigen Anbieter abhängig zu werden? Huawei regt zur Diskussion an.
Laut dem Marktforscher Gartner werden bis 2020 25 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein. Cisco und Ericsson schätzen die Zahl mit über 50 Milliarden verbundener Geräte noch deutlich höher. Huawei geht davon aus, dass bis 2025 gar 100 Milliarden Dinge mit dem Internet und untereinander verbunden sein werden. Etwas über 40 Prozent davon entfallen auf den Consumer-Bereich: Lifestyle-Geräte wie Fitness-Tracker oder etwa Sensoren im Smart Home. Ein Grossteil der Geräte jedoch, so Huawei, wird für den Business-Bereich arbeiten, beispielsweise für die smarte Produktion – Stichwort Industrie 4.0 – oder in vernetzten Städten.
Fragen rund um das Internet der Dinge wurden auch am CIO Forum von Huawei vergangene Woche in Lissabon diskutiert. Unter anderem stand dazu Wu Chou, CTO, Huawei Network Product Line, auf der Bühne. Noch seien viele Aspekte rund um das IoT ungeklärt, so Chou. Darunter etwa die Frage wem die Daten, die aus dem IoT stammen, gehören. Wie kann die Kontrolle und Sicherheit gewährleistet werden und hat ein Produzent von Daten das Recht, diese zu kontrollieren? Gemäss dem Huawei Global Connectivity Index werden im Jahr 2025 jede Stunde über zwei Millionen neue Sensoren mit einem Netzwerk verbunden werden. Ist es somit überhaupt möglich, sämtliche persönlichen Daten zu kontrollieren, etwa im Beispiel der smarten Stadt?
Braucht es Standards?
Eine weitere Frage drehte sich um die Standardisierung. Wie kann sicher gestellt werden, dass die Geräte auch untereinander kommunizieren können? Auch die Frage, wer denn Standardisierung vorantreibt – das Angebot oder die Nachfrage – wurde diskutiert. Und werden wir künftig in smarten Städten von Vendor-Lockins betroffen sein? Noch sei man nicht an einem Punkt, an dem von Standardisierung gesprochen werden kann, so Chou weiter.
Denn Standards kommen erst nach der Anwendung in der Praxis. Es müsse erst getestet werden und es brauche einige solide Anwendungsfälle, erst dann könne, wenn überhaupt, ein Standard implementiert werden. Er könne sich aber vorstellen, dass es auch im Bereich des IoTs früher oder später zu einer Konsolidierung im Markt komme. Eine handvoll grosser Unternehmen, die den Markt dominieren, würden dann die Standards bestimmen.
Die physische mit der virtuellen Welt verbinden
Der Telekommunikationsausrüster Huawei möchte auch beim Internet of Things mitmischen. So stellte Wu Chou vergangene Woche dem Publikum ein Betriebssystem für Sensoren und weitere Geräte des IoTs vor. Das "Lite OS" ist gemäss Chou mit rund 10 KB sehr klein und verbrauche nur wenig Energie. Geräte, auf denen das Linux-basierte OS läuft, sollen sich nahtlos in ein vorhandenes Netzwerk integrieren lassen.
Das Mini-Betriebssystem ist Teil einer IoT-Plattform, die Huawei bereits Anfang dieses Sommers vorgestellt hat. Neben dem OS gehört dazu auch das "Agile IoT Gateway". Dabei handelt es sich um einen Router, der Sensoren mit dem IP-Netzwerk verbinden soll. Dritter Bestandteil der Plattform ist der "Agile Controller". Dieser soll das Management von IoT Gateways, Rechenleisung, Applikationen und Daten ermöglichen. (kjo)
(Interessenbindung: Huawei ist ein Werbekunde unseres Verlags.)

Loading

Mehr zum Thema

image

Startup Hellosafe will sich in der Schweiz ausbreiten

Das französische Vergleichs­portal schliesst eine Finanzierungs­runde über gut 3 Millionen Franken ab. Das Kapital soll unter anderem in die Marktexpansion fliessen.

publiziert am 27.9.2022
image

Geotech: Huaweis "eiserne Armee" in der Defensive

Huawei-CEO Zhengfei spricht von einem Überlebenskampf, während der internationale Druck zunimmt. Wir haben bei Huawei Schweiz nach Transparenzbemühungen und Geschäftsgang gefragt.

publiziert am 27.9.2022 2
image

Schweiz ein weiteres Mal Innovations-Europameister

Im European Innovation Scoreboard 2022 schneidet die Schweiz besser ab als die EU-Spitzenreiter Schweden und Finnland.

publiziert am 26.9.2022
image

100 Millionen Dollar für zwei Schweizer Krypto-Startups

Zwei Firmen mit offiziellem Sitz in Zug konnten je 50 Millionen sammeln. Eine verspricht "grüne" Blockchain-Infrastruktur, die andere umfassende Möglichkeiten für Krypto-Investments.

publiziert am 23.9.2022