Huawei will eigenes Betriebssystem im Juni lancieren

28. Mai 2019, 14:56
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Nachdem Huawei wegen des Handelsstreits mit den USA der Zugriff auf US-Produkte wie Googles Android untersagt werden soll, will der chinesische Konzern sein eigenes Betriebssystem nun bereits im Juni auf den Markt bringen.

Nachdem Huawei wegen des Handelsstreits mit den USA der Zugriff auf US-Produkte wie Googles Android untersagt werden soll, will der chinesische Konzern sein eigenes Betriebssystem nun bereits im Juni auf den Markt bringen.
Huaweis selbst entwickeltes Betriebssystem – mit dem Codenamen HongMeng – das bei einem Google-Verbot Android ersetzen soll, wird nächsten Monat kommerziell eingeführt. Dies erklärte ein Huawei-Manager gegenüber 'TechRadar'.
"Huawei wusste, dass der US-Bann kommen könnte und bereitete sich vor. Das Betriebssystem war im Januar 2018 fertig und war unser Plan B", sagte Alaa Elshimy, Managing Director und Vice President der Huawei Enterprise Business Group Middle East.
Es wird erwartet, dass das Betriebssystem in Mobiltelefonen, Computern, Tablets, Fernsehern, vernetzten Autos und Smart Wearables eingesetzt werden soll. Beim Launch könnte das Betriebssystem Huawei Ark, Ark oder Ark OS heissen – Namen, für die Huawei Markenrechte hält.
Kompatibilität mit Android-Apps geplant
Apps, die jetzt mit Android funktionieren, sollen auch mit dem neuen System kompatibel sein. Der Download soll über Huaweis eigene App-Gallery erfolgen. Allerdings werden dort vermutlich populäre Apps von US-Unternehmen wie Instagram oder WhatsApp fehlen, da diese ebenfalls von der US-Blockade betroffen sind.
Künftige mobile Geräte von Huawei werden wahrscheinlich auch auf einen MicroSD-Kartenslot verzichten müssen. Das chinesische Unternehmen ist nicht mehr Mitglied der SD Association, die die SD-Standards entwickelt und verwaltet. Unternehmen ohne Mitgliedschaft benötigen eine separate Lizenz, die aufgrund des US-Embargos Huawei verweigert werden könnte.
Auch hier will Huawei auf eine hauseigene Alternative zurückgreifen. Das Unternehmen hat mit der Nano Memory Card ein eigenes Format für Speicherkarten entwickelt, das 45 Prozent kleiner ist als die MicroSD-Karte und sich somit leichter in Smartphones integrieren lässt. (paz)

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