Hyperscaler investieren immer mehr… am Channel vorbei

18. Januar 2019, 14:03
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"Bauen, bauen, bauen", so beschreibt John Dinsdale von Synergy Research die RZ-Strategie von Amazon und Google für das laufende Jahr.

"Bauen, bauen, bauen", so beschreibt John Dinsdale von Synergy Research die RZ-Strategie von Amazon und Google für das laufende Jahr. Ohnehin zeichne sich global gesehen keine Verlangsamung der Datacenter-Bauwut der Hyperscaler ab, wie der Chef-Analyst des Marktforschers gegenüber 'CRN' erklärte.
2018 stieg die Anzahl der RZ von Hyperscalern um über zehn Prozent und betrug Ende Jahr 430 an der Zahl. Für 2019 warten offenbar bereits 132 neue in der Pipeline. Und das kostet: Während die Umsätze der riesigen RZ-Betreiber jährlich um rund 24 Prozent gestiegen seien, hätten sie über 40 Prozent mehr pro Jahr investiert – einen Grossteil davon in Ausstattung und Bau von Rechenzentren, wie Synergy erklärt.
Zu diesen Hyperscalern zählen die Marktforscher nicht nur die gigantischen Cloud-Anbieter, sondern die 20 grössten Betreiber von Cloud- und Internetservices, also etwa auch Facebook. Diese verzeichneten im dritten Quartal 2018 zusammen rund 26 Milliarden Dollar an Capex-Ausgaben – also Ausgaben in längerfristige Anlagegüter –, was im Jahresvergleich einem satten Plus von 4,5 Milliarden Dollar entspricht.
Während in den USA immer noch 40 Prozent der wichtigsten Cloud-RZ stehen würden, seien in den Regionen Asia-Pazific und EMEA die meisten neuen Rechenzentren eröffnet worden, so Synergy. Die Hälfte der neuen RZ gingen dabei auf das Konto von Amazon und Google, die auch in die Schweiz kommen.
Nun fliesst aber bekanntlich bloss ein Bruchteil der immensen Summen für Storage, Server und Netzwerke auch in den Channel. So wenden sich die Hyperscaler direkt an die Vendors, wie ein nicht genannter Dell-EMC- and Cisco-Partner gegenüber 'CRN' festhielt.
Das ist aber nicht die einzige schlechte Nachricht: "Während Hyperscaler immer höhere Summen für den Bau, die Ausstattung und die Aktualisierung von Rechenzentren ausgeben, geben sie einen immer grösseren Teil davon für in-house-designte Hardware aus, die von ODMs für sie hergestellt wird", so Dinsdale. Das Geld strömt also zunehmend nicht nur am Channel vorbei, sondern auch etwa an Cisco, Dell oder HPE selbst. (ts)

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