IAM-Anbieter Okta schluckt Auth0

5. März 2021 um 15:20
  • okta
  • auth0
  • übernahme
  • international
  • datenschutz
image

Für 6,5 Milliarden Dollar kauft Okta das Jung­unternehmen aus Seattle, das noch vor einem Jahr mit knapp 2 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Der Provider von Identity- und Access-Management-Lösungen (IAM) Okta will Auth0 übernehmen, einen Lösungsanbieter für die Authentifizierung und Zugriffssicherung für Anwendungen. Die beiden Firmen hätten eine definitive Vereinbarung unterzeichnet, so eine Mitteilung.
Der Deal beläuft sich demnach auf 6,5 Milliarden Dollar. In einer Finanzierungsrunde vergangenes Jahr wurde Auth0 noch mit knapp 2 Milliarden Dollar bewertet.
Das 2013 gegründete Unternehmen Auth0 werde als eigenständige Geschäftseinheit innerhalb von Okta agieren. Im Laufe der Zeit sollen die beiden Plattformen integriert werden.
Die Vorstände von Okta und Auth0 haben der Transaktion jeweils zugestimmt. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen. Es wird davon ausgegangen, dass der Deal im zweiten Quartal 2021 abgeschlossen wird. 
Mit dem Zukauf erhofft sich Okta schnelleres Wachstum im Markt für Identitätsmanagement. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Kalifornien bietet Lösungen, die es Mitarbeitenden erlauben, auf Systeme zuzugreifen. Aufgrund der vermehrten Arbeit im Homeoffice verdoppelte sich der Aktienwert des Unternehmens vergangenes Jahr fast. Das letzte Quartal schloss die Firma mit einem Umsatzplus von 40% ab. Okta beschäftigt rund 2800 Mitarbeitende und hat 10'000 Unternehmen als Kunden, darunter Adobe, Siemens oder Zurich Versicherungen.
Die Plattform von Auth0 ermöglicht Entwicklern, Identitätsmanagement in ihre Anwendungen einzubetten. Jeden Monat würden so Milliarden von Anmeldetransaktionen gesichert, heisst es in der Mitteilung.
Wenn man die beiden Unternehmen zusammennehme, entstehe ein umfassender Ansatz für IAM, der vom Backend bis zum Frontend reiche. "In einer zunehmend digitalen Welt ist Identität das verbindende Element, mit dem wir Technologie nutzen – sowohl bei der Arbeit als auch in unserem Privatleben", so Okta-CEO Todd McKinnon in der Mitteilung. "Da für Unternehmen heute so viel auf dem Spiel steht, ist es entscheidend, dass wir vertrauenswürdige, kundenorientierte Identitätslösungen anbieten."

Loading

Mehr zum Thema

image

Kritik an Schweizer Startup wegen angeblicher Gesichtserkennung

Invenda aus Obwalden entwickelt smarte Snackautomaten und verkauft diese weltweit. In Kanada wurden Vorwürfe laut, das Startup verletze die Privatsphäre von Kunden.

publiziert am 27.2.2024 2
image

Zürcher Regierung nimmt Stellung zu Staatstrojanern im neuen Polizeigesetz

Der Regierungsrat hat auf eine parlamentarische Anfrage geantwortet. "Government Software" sehe das revidierte Polizeigesetz nicht vor.

publiziert am 19.2.2024
image

Vogt am Freitag: Encryption ist ein Menschenrecht

Ein möglicherweise wegweisendes Urteil in Strassburg blieb medial unter dem Radar. Das ist schade.

publiziert am 16.2.2024 5
image

Whatsapp muss sich (theoretisch) für Drittapps öffnen

Ab dem 7. März müssen Tech-Giganten den Digital Markets Act einhalten. Dieser verlangt die Interoperabilität ihrer wichtigsten Dienste mit Dritten.

publiziert am 14.2.2024