IBIS3G angelt nur kleine Fische

13. Dezember 2011, 14:23
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Drei kleine Banken migrieren im Frühjahr 2012 auf die Kernbankensoftware IBIS3G.

Drei kleine Banken migrieren im Frühjahr 2012 auf die Kernbankensoftware IBIS3G.
Die 'Berner Zeitung' berichtet heute davon, dass das Banken-Outsourcing-Zentrum von HP in Bern seit der Gründung im Mai 2010 drei Neukunden gewonnen habe, jedoch weiterhin keine Grosskunden in Sicht seien. Ausserdem sei die Software IBIS3G immer noch nicht fertig: Das Modul für den Zahlungsverkehr, mit dem Bankkunden ihre E-Banking-Geschäfte abwickeln, funktioniere immer noch nicht. Wegen Problemen mit einem Zulieferer werde dieses Modul erst im Juni 2012 zum Einsatz kommen.
Die Kernbankensoftware gehört zwar rechtlich dem früheren IT-Dienstleister RTC, wird aber seit Mai 2010 von Hewlett-Packard im Auftrag von RTC fertiggestellt und vermarktet. RTC beziehungsweise die Berner Kantonalbank sah sich damals zu diesem Schritt gezwungen, weil praktisch alle Kunden in den Jahren zuvor abgesprungen waren und sich für die Alternativen Finnova oder Avaloq entschieden hatten.
Drei Kleine migrieren, PostFinance wollte nicht
Die im Artikel der 'BZ' dargelegten Fakten zu IBIS3G sind zum Teil bekannt. In den letzten 18 Monaten sei es HP nur gelungen, drei kleinere Banken von IBIS3G zu überzeugen. Es sind dies einerseits die beiden Berner Institute DC Bank, die der Burgergemeinde gehört, und die Spar+Leihkasse Gürbetal. Diese beiden Banken sind vor Jahren aus dem RBA-Verbund ausgetreten.
Beim dritten Finanzinstitut, das auf IBIS3G wechselt, handelt es sich um die St. Galler Privatbank Vadian. Diese hatte im Sommer 2009 entschieden, den RBA-Verbund per Ende 2010 zu verlassen und sich bezüglich Informatik neu zu orientieren.
Laut 'BZ' soll nun Ende März 2012 bei den drei Banken die neue Software installiert werden. Immerhin werden damit dannzumal sechs Banken IBIS3G einsetzen. Langjährige Kunden sind die Berner und die Jurassische Kantonalbank sowie die Sparkasse des Bundespersonals.
Wie inside-it.ch im vergangenen September berichtete, hätte HP um ein Haar einen prestigeträchtigen Kunden gewonnen. PostFinance entschied sich aber kürzlich gegen IBIS3G, Avaloq und Finnova. Stattdessen migriert das Finanzinstitut der Post auf die indische Software von Tata Consultancy Services.
Grosse Expansionsmöglichkeiten im weitgehend gesättigten Schweizer Markt scheint es für IBIS3G nicht zu geben. HP hatte schon früher signalisiert, dass man mit der Software eigentlich vor allem Europa im Visier habe. (mim)

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