IBM bastelt am Software-Pricing

28. Juli 2006, 15:19
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Ab November wird IBM die Preise für Software-Pakete, wie etwa die Datenbank DB2, nicht mehr pro Prozessor-Kern verrechnen, sondern pro "Leistungseinheit".

Ab November wird IBM die Preise für Software-Pakete, wie etwa die Datenbank DB2, nicht mehr pro Prozessor-Kern verrechnen, sondern pro "Leistungseinheit".
Die Preisgestaltung für Datenbanken ist in Zeiten der Mehrkern-Prozessoren ein heftig umstrittenes Thema. Vor allem, aber überhaupt nicht nur, bei Sun-Maschinen, wo Prozessoren mit bis zu acht Kernen eingesetzt werden, können Software-Lizenzen, die pro CPU-Kern berechnet werden, ganz schön ins Tuch gehen. Deshalb muss Sun Oracle-Datenbanken für den Einsatz auf den neueren Servern subventionieren.
"Big Blue" reagiert nun ebenfalls und wird ab November ein neues Preismodell für fast alle Software-Produkte wie Websphere, DB2 und die Lotus-Familien einführen. Wie bisher wird die IBM Serversoftware zwar pro Prozessor-Kern verrechnet, diese erhalten aber je nach CPU-Typ "Processor Value Units". So werden die Lizenzen für 2-Kern x86-Prozessoren (AMD-Server) nun mit einem Faktor von 0.5 multipliziert. Die Software bleibt damit gleich teuer, denn IBM hat die low-end 2-Kern Prozessoren von AMD und Intel bisher als Ausnahme als "1-Kern+ behandelt.
Ein weiteres Beispiel: Für Maschinen mit dem 8-Kern Prozessor T1 von Sun wird mit einem Faktor von 0.3 pro Kern gerechnet. Wechselt man die Server, auf denen die IBM Software läuft, so kann man die "Processor Value Units" mitnehmen - muss also bereits bezahltes nicht noch einmal berappen.
Ewig steigende Software-Preise?
Entscheidend wird die Frage sein, wieviel "Processor Value Units" IBM künftigen Prozessoren zuteilen wird. Die Antwort wird darüber entscheiden, wie hoch der Preis für beispielsweise DB2 steigt, wenn die Kunden auf Maschinen mit den ersten 4-Kern-Prozessoren von Intel, AMD und IBM umsteigen.
Für uns noch nicht geklärt ist die Frage, wie der Einsatz von Software verrechnet werden soll, die auf "virtualisierten" Servern betrieben wird. Denn sie läuft auf grossen, mit vielen "mehrkernigen" Prozessoren ausgerüsteten Maschinen - wäre also entsprechend teuer - teilt sich die Rechenkapazität aber mit anderen Applikationen. (Christoph Hugenschmidt)

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